LiFePo4 als Starterbatterie?

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Windy-ZX
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#76 

Beitrag von Windy-ZX »

farnham hat geschrieben: 24 Mär 2024 15:09 .......... ein exzellentes Interview mit einem LFP-Zellentwickler gestolpert.
Letzten Endes bleibt es doch jedem selbst überlassen ob er sich eine LiFePo4 Starterbatterie einbaut.
Warnungen dazu gibt es ja ausreichend in diesem Thread. :lol:
Tatsache ist, dass diese im Motorradbereich schon seit Jahren funktionieren.
Wer Bedenken hat soll es lieber bleiben lassen und in Richtung der Red-Top Akkus schaun.
Ob und wie lange das Teil in meinem Sprinter läuft wird sich zeigen.

Zu den Bedenken mit der Befestigung. Die Art des Niederspannens ist mir beruflich durch die Spannpratzen wohl bekannt. Dass ich durch meine Befestigungslösung keine hohen Kräfte übertragen kann ist klar. Ich bitte aber zu bedenken, dass die Batterie nur 6 Kilo wiegt, und die Pfannenwender aus 5mm Stahlblech sind. Für eine 4000km Reise durch den Outback würd ich das anders lösen aber für den kommenden Ausflug zum Gardasee reicht das erstmal. Der Halter vom Julian gefällt mir natürlich besser :wink:
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#77 

Beitrag von Gmog421 »

Windy-ZX hat geschrieben: 23 Mär 2024 17:15 Servus Leute,
ich hab schon vor Tagen eine Ersatzbatterie von Supervolt bekommen. Der Austausch verlief gut kommuniziert und reibungslos. Erst wurde die Neue geschickt erst dann musste ich die Alte zurückschicken. Dass ein Produkt einen Fehler haben kann ist schon mal möglich und daher bin ich immer noch zufrieden mit meinem Kauf.
Gestern dann endlich der Einbau. Zuerst noch den Fehlerspeicher checken und dann rein damit. Die Niederhalter vorne hab ich aus Reststücken aus der Müllkiste gemacht. Das Handy mit der App im Blickwinkel und Zündung ein. Man sieht schön wie viel Strom fließt, dann vorglühen und erster Start. Wie zu erwarten erwacht der Diesel bei 14 Grad Außentemperatur im Sekundenbruchteil zum Leben. Schön.
Dann hab ich noch ein wenig beobachtet wie das Ladeverhalten ist und fertig.
Bisher hab ich nichts Negatives zu berichten......ausser, dass die originale Batterie sauschwer zum rausheben ist :lol:
Nach dem Umbau ergab ein weiterer Test keine Fehlermeldung.
Gruß
Michael
Ich würde mir einen Winkel statt des Pfannenwender verwenden , evtl. noch einen kleinen Steg reinschweißen
Mfg Jürgen
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Windy-ZX
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#78 

Beitrag von Windy-ZX »

Servus,
Julian hat mir netterweise seinen originalen Befestigungshalter geschickt. Dieser kleinere passt perfekt für die kleinere LiFePo Batterie.
So hab ich heute die "Pfannenwender" ausgebaut und den passenden Halter montiert.
Schrauben sind M6x70 mit Loctite 243
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Der erste Einsatz zum Gardasee (ca. 1000km) verlief ohne Probleme. Die normale Stromentnahme liegt bei ca. 20 Ah während der Fahrt.
Ist das Licht eingeschalten wird dauerhaft geladen. Bei Licht aus ging die Kapazität bis 60% runter und es wurde nur entnommen.
Ich hab das Licht dann aber bei der Heimfahrt einschalten müssen und bin mit 91% in die heimatliche Garage gefahren.
Fazit bis jetzt: Alles super.
In vier Wochen geht´s wieder 1000km weg. Ich werde weiter berichten.
Gruß
Michael
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#79 

Beitrag von Vanagaudi »

Windy-ZX hat geschrieben: 28 Apr 2024 17:35passenden Halter
Perfekt :D Und gleich mit Teilenummer A 906 541 0140
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#80 

Beitrag von hljube »

Das ist übrigens der Halter bei 70AH Batterie ab Werk.
Und der Halter wurde mittlerweile ersetzt durch A9065410740 und der durch die A9065410500

Schrauben dazu sind normal 2x N910105006011 Sechskannt M6x70
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#81 

Beitrag von der.harleyman »

An alle "LiFePo-Bastler", die neugierig sind...
Ich habe derzeit zwei LG 60ah LiFePo, die sonst in Porsche und Lamborghini ab Werk verbaut werden, die ich verkaufen möchte. Bei Interesse bitte PN.
Die Teile sollten als Aufbaubatterie eingesetzt werden. Leider musste ich wegen Änderung des Konzepts größere Akkus anschaffen. Daher können sie nun einen neuen Besitzer bekommen.
DIN-Gehäuse und klassische Rundpole.
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#82 

Beitrag von Hulper »

Hallo zusammen,

wir haben zwar keinen Sprinter oder eines der Derivate, jedoch seit ziemlich genau zwei Jahren eine Supervolt Ultra 60Ah als Starterbatterie in unserem teilintegrierten WoMo auf Basis Fiat Ducato 8.

Grund war im Wesentlichen die mögliche Gewichtsersparnis. Die original Varta 105Ah AGM Starterbatterie wiegt 40 (!) Kilogramm. Die deutlich kleinere Supervolt ca. 7,5kg (selbst gemessen). Und da wir eine 3,5t Zulassung haben und häufig nach / durch Österreich fahren, war mir diese Gewichtseinsparung das Geld wert, weil wir voll beladen deutlich drüber waren. Mit all meinen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion habe ich in Summe knapp 100kg eingespart, und damit sind wir voll beladen bei ~3500kg (wen es interessiert: Starterbatterie, Aufbaubatterie, Alugasflaschen, leichte Solarpanels, Lattenrostrahmen aus 25er Aluvierkant nachgebaut, Geschirr/Töpfe, superleichter Grill etc.).

Anfangs war ich nervös und unsicher, weil man ja eben so viel negatives hört und liest. Häufig stellt sich daber heraus, dass diese negativen Kommentare von Menschen kommen, die keine eigenen Erfahrungen gemacht haben, sondern "nachplappern", was sie irgendwo aufgeschnappt haben. Jedenfalls funktioniert die Supervolt bei uns nach zwei Jahren und ca. 25TKM einwandfrei. Dabei waren Reisen in sehr heisse Regionen (Sardinien im Juli /August), wo wir deutlich über 40C im Auto hatten. Als auch Fahrten in Skigebiete (deshalb Österreich), wo wir auf 1500m (Hintertux) bzw. 1700m (Mandarfen) gestanden haben, und das Auto trotz -15C problemlos angesprungen ist, und die Batterie direkt Strom angenommen hat (Heizmatte).

Es gibt einen (kosmetischen) Haken: Das BMS (bzw. die Bluetooth-App dazu) zeigt (was den Füllstand angeht) Kraut und Rüben an. Das liegt nach gemeinsamer Fehlersuche mit Moritz Bauer bzw. Daniel Tischer vom Supervolt Support am Lademanagement des Ducatos mit Euro 6d, das quasi permanent die Ladestrom ändert bzw. bei Last deaktiviert. Sieht man auch ganz schön, wenn man während der Fahrt den Ladestrom in der App beobachtet. Der spingt laufend hin und her, von -20-30A bis teilweise +50-70A.
Und das orig. Lademanagement is so eingestellt, dass es die serienmässige AGM Batterie nie ganz voll macht, sondern zwischen 60-80% hält. Bei LiFePO4 Batterien kann man anhand der Spannung nur ganz ungenau den Füllstand ermitteln. Deshalb wird der berechnet, was regelmässiges Vollladen sowie gleichmässiger Ent- und Wiederaufladen voraussetzt, damit die Anzeige (halbwegs) korrekt anzeigt. Das ist wie geschrieben beim Ducato nicht gegeben.

Der Supervolt Support hat mir abschließend geraten, mich an der Zellspannung zu orientieren (im Ruhezustand, einige Zeit nachdem der Motor abgestellt wurde). Und die ist in der Regel zwischen 3.25V und gut 3.3V, d.h. irgendwo zwischen ~50-80%. Nach längerer Fahrt im Schubbetrieb (z.B. Passstrasse bergab) wird die Supervolt auch mal ganz voll, ich habe sie aber noch *nie* abschalten sehen. Sie verträgt laut Datenblatt bis zu 15,2V Ladespannung, passt also auch für AGM-Setups.
Wenn es knapp über 0C ist, dann geht der Ladeschutz der Batterie an, die Energie der LiMa wird aber von der Heizmatte aufgenommen um die Batterie aufzuwärmen. Deshalb ist es auch nicht so, dass die Batterie spontan abschaltet und die Spannung der LiMa hochschnalzt. Zudem ist mir noch nie ein nennenswerter Zelldrift aufgefallen. Das eingebaute Zellbalancing arbeitet offenbar so gut, dass ich bislang max 4-5 Hunderstel Volt Unterschied beobachtet habe, meist jedoch 1-2 Hunderstel.

Mir ist bewusst, dass man diese Erfahrungen nicht 1:1 auf den Sprinter übertragen kann. Beim Ducato sitzt die Batterie unterhalb vom Fahrersitz in einem Kunststoffkasten. Der ist zwar nicht isoliert nach außen, dennoch näher am Fahrgastraum als der Motorraum. Und Wasser kann da auch nicht hingelangen.

Grüße aus München,
Markus
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Windy-ZX
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#83 

Beitrag von Windy-ZX »

Hulper hat geschrieben: 30 Mär 2026 22:52 Die original Varta 105Ah AGM Starterbatterie wiegt 40 (!) Kilogramm. ..........
Servus,
stimmt leider nicht ! Laut Datenblatt von Varta hat diese Batterie 29.4 Kg. Die große im Sprinter wiegt ~27Kg. Warum diese Übertreibung ?
Wenn Du als Fiatfahrer schon im Mercedesforum für Supervolt Werbung machst, kannst Du ja bestimmt erklären warum die LiFePo4 Batterie / Akku von Supervolt seit einiger Zeit nicht mehr als "Starterbatterie" angeboten wird.
Es war schon auffällig wie oft in einem früheren Bericht das Wort "LiFePo4 Starterbatterie" (Google Schlagwort) geschrieben wurde und so war es auch auf der Supervolt Homepage zu lesen.
....Beispiel...https://www.baerensquad.de/beste-lifepo ... raxistest/
Das fehlt jetzt aber auf der Supervoltseite. Warum ? :roll: Ich habe die Batterie damals nur gekauft, weil die Artikelbezeichnung explizit eine Starterbatterie ausgewiesen hat.
Ich kann mit der gelegentlichen Fehlermeldung im Display leben, aber fehlerfrei läuft das System nicht. Es ist halt ein ungutes Gefühl wenn die gelbe Batterielampe leuchtet.
Mein Tip an Dich. Schreib deine Werbung in ein Fiatforum, denn bei diesem Fahrzeug kannst Du aus der Praxis berichten. Beim Sprinter fehlt Dir offensichtlich das Wissen.
Gruß
Michael
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JoachimG (31 Mär 2026 10:50)
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OM18
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#84 

Beitrag von OM18 »

Windy-ZX hat geschrieben: 31 Mär 2026 07:35 ....
Das fehlt jetzt aber auf der Supervoltseite. Warum ? :roll: Ich habe die Batterie damals nur gekauft, weil die Artikelbezeichnung explizit eine Starterbatterie ausgewiesen hat.
Ich kann mit der gelegentlichen Fehlermeldung im Display leben, aber fehlerfrei läuft das System nicht. Es ist halt ein ungutes Gefühl wenn die gelbe Batterielampe leuchtet.
...
Gruß
Michael
Hallo Michael,
ich hab gestern erst deinen Bericht vom April 2024 gelesen, da meine Starterbatterie aus 2017 stammt und ich sie prophylaktisch austauschen möchte.
Und wollte dich heute Mal fragen, wie nun nach 2 Jahren deine Erfahrungen mit der Supervolt sind.
Tja und schon schreibst du sie.

Wann sind bei dir die Fehlermeldungen aufgetreten und was könnte die Ursache sein?
Steht dein Sprinter in einer Halle oder draußen und nutzt du ihn auch bei winterlichen Temperaturen?

Ciao
Luc
Lucs Hymer GCS 4x4 316 von 2017...und das übliche Gedöns: BFG KO2 (war mal, nun Kumho) auf Dotz, Lokaris, LiFePo, von vorne bis hinten einiges an Armaflex verklebt, Solar und dies und das gebastelt, verbessert und behoben und niemals fertig
farnham
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#85 

Beitrag von farnham »

Hulper hat geschrieben: 30 Mär 2026 22:52 Wenn es knapp über 0C ist, dann geht der Ladeschutz der Batterie an, die Energie der LiMa wird aber von der Heizmatte aufgenommen um die Batterie aufzuwärmen. Deshalb ist es auch nicht so, dass die Batterie spontan abschaltet und die Spannung der LiMa hochschnalzt.
Das möchte ich (auf dem Oszi) sehen, wenn sagen wir mal 100A Ladestrom in 10ns Umschaltzeit des Lade-FETs wegfallen, ohne dass der Laderegler der Lima davon vorab etwas weiß. Ein paar 10A einer Widerstandsheizung mögen im Gleichgewichtszustand helfen, aber bei einem plötzlichen Lastabwurf, beispielsweise weil man gerade im Winter beim Losfahren aus der Garage nach ein paar Minuten die 0° unterschreitet, können die IMHO nichts nenenswertes ausrichten.

Eine 12V-Lichtmaschine kann bei Lastabwurf weit über 100V an den Klemmen erzeugen und durch mechanische Trägheit und relativ langsame Um-Magnetisierung des Läufers steckt in der Fläche unter der Kurve auch reichlich Energie. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Sprinter mit Überspannungsschäden an sämtlichen Steuergeräten allerhöchstwahrscheinlich ein wirtschaftlicher Totalschaden sein dürfte, bewundere ich immer wieder den Mut einiger Mit-Foristen. Eine Versicherung dürfte für sowas nur im Rahmen eines vorsätzlichen Betrugs zur Zahlung zu motivieren sein - wenn überhaupt.
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dietmardd
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#86 

Beitrag von dietmardd »

Beim Start eines Sprinters liegen die Ströme grob bei 80 bis 150 Ampere, mit einem kurzen Spitzenwert um etwa 160 bis 170 Ampere beim Anlauf des Anlassers. Andere Modelle wie z.B. Fiat, brauchen ähnlich viel. Dazu kommt noch der Strom zum Vorglühen.

Die meisten LiFePO4-Batterien sind aber auf einen Maximalstrom von 100 A begrenzt - durch das BMS. Nun könnte man das BMS zwar für einen größeren Maximalstrom umprogrammieren, wie das offensichtlich Supervolt getan hat, aber die Begrenzung auf 100 A, wass die allermeisten Hersteller machen, manche sogar auf 80 A, kommt nicht ohne Grund.

Bei einem größeren Maximalstrom kommt ein LFP-Batterie ganz schnell in die Nähe eines Kurzschlusses, denn LFP-Batterien haben ohnehin schon einen sehr niedrigen Innenwiderstand. Weil ein "Aufpeppen" auf einen höheren Maximalstrom die Ausfallsicherheit und die Lebensdauer stark verschlechtern, bietet kaum ein anderer Anbieter solche Starterbatterien an, höchstens bei kleinen Benzinmotoren.

Bleibatterien haben einen hohen Innenwiderstand und verkraften kurzzeitige hohe Stromstärken deshalb besser.
dietmardd
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#87 

Beitrag von dietmardd »

Es gibt m.E. einen technischen Trick, um LFB-Batterie startertauglich zu machen, aber damit spart man nur wenig an Gewicht ein. Das wäre interessant für die Wohnmobilisten, die in längeren Fahrtpausen nicht alle 2 Monate die Starterbatterie nachladen können oder wollen.

Starterbatterien sind heute zu 99% Bleibatterien und diese haben eine monatliche Selbstentladung von bis zu 30 % plus der ständigen Verbraucher wie Radio, Bussystem usw.. Bei LFP-Batterien liegt die Selbstentladung nur bei ca. 3 ... 4 % im Monat, d.h. diese müssen über Winter nicht alle ca. 2 Monate nachgeladen werden.

Worin besteht der Trick?

Eine LFP-Batterie hat unabhängig von ihrer Kapazität einen max. Entladestrom von zumeist 100 A. Wer z.B. einen Wechselrichter anschließen will, kommt deshalb mit 2 kleineren Batterien als einer großen besser, denn mit 2 kleineren Batterien der gleichen Gesamtkapazität hat man den doppelten max. Entladestrom.

Wenn man diese Erkenntnis auf die Starterbatterie überträgt, dann baut man eben 2 kleine Batterien statt einer größeren Batterie ein, wenn der Platz der usprünglichen Blei-Starterbatterie zum Einbau ausreicht. Bei solchen parallel geschaltenen Starterbatterien liegt der gemeinsame Maximalstrom (200 A) höher als der kurzzeitige Strom beim Startvorgang eines Dieselmotors (bis ca. 150 ... 170 A). Beim Starten eines Dieselmotors kommt es in erster Linie auf den möglichen max. Gesamtstrom an und nicht auf die Kapazität. 3 kleinere parallel geschaltene LFP-Batterien wären noch besser, da dann mit 300 A max. Entladestrom ganz auf der sicheren Seite. Außerdem altern auch LFP-Batterien, so dass einige Leistungsreserven sinnvoll wären, damit das Ganz noch in 10 oder 20 Jahren noch funktioniert.

Warum wird das nicht gemacht?
Der Preis zweier kleinerer LFP-Batterien ist meist teurer als einer größeren LFP-Batterie gleicher Kapazität. Aber vielleicht sind die Anbieter nur noch nicht auf diesen Dreh gekommen. Sie könnten ja auch in ein größeres Standardgehäuse einfach zwei kleinere LFP-Batterien mit 2 BMS einbauen.

Eine Starterbatterie ist jedoch nicht nur zum Starten des Dieselmotors da. Sie ist ja ebenso als Baustein zum Laden der Aufbaubatterien über einen Ladebooster erforderlich. Es müßten mal die Elektro- bzw. Batteriespezis beurteilen, ob der niedrige Innenwiderstand einer LFP-Batterie negativ dabei wirken würde.
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#88 

Beitrag von hljube »

Das ist mit Verlaub teilweise Blödsinn, weil technische Sachen durcheinandergewürfelt.

LFP mögen seit jeher nicht so gerne mit mehr als 1C entladen werden, deswegen ist bei den 100AH Batterien meist bei 100A schluss, bei 200Ah macht man 200A BMS.. etc.


Und dass ein Diesel so viel Ampere zieht beim Starten liegt am Spannungseinbruch, eine LFP ist da wesentlich spannungsstabiler und muss gar nicht so viel Ampere liefern.
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#89 

Beitrag von der.harleyman »

Aus der Diskussion um Sinn bzw. Unsinn einer LiFePo4-Starterbatterie halte ich mich weiter heraus.
Allerdings sei mir der Hinweis erlaubt, dass der Anlauf- bzw. Kurzschlussstrom des Starters bei einem
Dieselmotor mehrere hundert Ampère betragen und sogar gen 1000 Ampère gehen kann. Dies wird
natürlich auch durch innermotorische Einflüsse wie z.B. Kompression, Reibung der Bauteile, Ölviskosität
beeinflusst. Zu unterschätzen ist die hohe Stromaufnahme jedenfalls nicht! :wink:
Und jetzt diskutiert mal fleißig weiter

Hinweis in eigener Sache: die in meinem Beitrag https://www.sprinter-forum.de/viewtopic ... 40#p323140
angebotenen LG-Batterien haben zwischenzeitlich bei ebay ihre Käufer gefunden.
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Re: LiFePo4 als Starterbatterie?

#90 

Beitrag von uwet »

Hi, ich verweise mal auf https://www.sprinter-forum.de/viewtopic ... 0&start=15.
Nach 12 Jahren hatte ich die mal tiefentladen, Licht an gelassen. Mit kleinem Strom Zellen wieder hochgepäppelt, und die Batterie ging wieder. Ging, weil ich die jetzt durch eine 60Ah Winston ersetzt habe, die auch im Winter den Motor startet. Dazu einen "Heltec 4S 8S Smart Active Balancer 5A 10A", der schaufelt zum Ausgleich die Energie zwischen den Zellen hin und her, bis zu 10A. Das läuft jetzt 2 Jahre so, die Zellen stimmen aufs mV, wie man am zugehörigen Display ablesen kann. Minustemperaturen schaden nicht und wegschalten kann er sich auch nicht, weil kein BMS. Der Block 12V 60Ah kostet derzeit so 400 €. Der Balancer mit Display um die 40 €.

Gruß Uwe
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