Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

Mercedes Sprinter 2 (Typ NCV3, Baumuster W906) & VW Crafter 1 - ab 2006 bis 2017 bzw. 2018
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Salvador_Marquez
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Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#1 

Beitrag von Salvador_Marquez »

 Themenstarter

Hallo zusammen,

ich brauche dringend Hilfe bei einem Problem mit einem Mercedes Sprinter, den ich am 06.02.2026 bei einem professionellen Händler in Berlin gekauft habe.

Nach nur 200 km Nutzung trat am 10.04.2026 ein schwerer Defekt am 4. Injektor auf. Das Fahrzeug musste abgeschleppt und in einer Mercedes‑Werkstatt in der Region Paris abgestellt werden. Der Werkstattmeister sprach von einem versteckten Mangel (vice caché) und empfahl mir, rechtlich gegen den Verkäufer vorzugehen.

Vor dem Defekt hat der Sprinter die französische TÜV/CT ohne jegliche Probleme bestanden, und der Prüfer sagte mir sogar, dass ich ein sehr gutes Fahrzeug gekauft hätte.

Leider weigert sich meine Rechtsschutzversicherung (Pacifica – Crédit Agricole), mir zu helfen, mit aus meiner Sicht sehr fragwürdigen Argumenten. Die Zeit läuft, die möglichen Kosten steigen, und ich weiß nicht mehr, wohin ich mich wenden soll.

Ich suche daher:

Erfahrungen von Personen, die ähnliche Probleme nach einem Kauf in Deutschland hatten,

juristische Hinweise,

und wenn möglich einen Anwalt oder Fachmann, der sich mit grenzüberschreitenden Fällen / versteckten Mängeln / Verbraucherschutz auskennt.

Jede Hilfe oder Orientierung wäre mir wirklich sehr wichtig.
Vielen Dank im Voraus!
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v-dulli
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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#2 

Beitrag von v-dulli »

Ich hoffe, man hat die Gewährleistung nicht aufgrund des Exportes ausgeschlossen 😕
Gruß aus OWL
v-dulli (Helmut)
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shartelt
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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#3 

Beitrag von shartelt »

Berlin bis kurz vor Paris = 200 km?
419er Sprinter 4x4 L2H2 Baujahr 2024 in Tannengrün ;)
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MobilLoewe
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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#4 

Beitrag von MobilLoewe »

Genaue Fahrzeugbezeichnug, Baujahr oder Erstzulassung, welcher Motor, Kilometerstand?

TÜV/CT ist für solche Mängel nicht zuständig.

Internetrecherche:
Nach deutschem Recht gilt bei einem Verbrauchsgüterkauf zwischen Händler und Privatperson grundsätzlich eine gesetzliche Gewährleistung. Tritt ein Mangel innerhalb des ersten Jahres nach Übergabe auf, wird in vielen Fällen vermutet, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorlag, sofern der Verkäufer das Gegenteil nicht nachweist
Also den Händler, so wie der Werkstattmeister empfiehlt, in die Pflicht nehmen. Am besten mit einem Rechtsanwalt.
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Salvador_Marquez (07 Jul 2026 22:11)
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Davor Hymer B-MCT 600, ML-T 580 V6 4x4 und zwischendurch kurze Zeit GCS 700 4-Matic, Sprinter seit 1999.
martin.k
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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#5 

Beitrag von martin.k »

Mein letzter PKW-Kauf erfolgte bei einem großen Autohaus mit zwei Buchstaben. Ich kaufte einen gebrauchter PKW für 15000 Euro, eines asiatischen Herstellers, 3 Jahre alt, 50000km.

In den ersten 6 Wochen haben sich zwei Mängel gezeigt. 1.) An der zweiten Fernbedienung (Schlüssel) war nicht die Batterie leer, sondern die Platine defekt. 2.) Eine Felge hatte auf der Innenseite eine Beule mit 3cm.
Beides wurde nach freundlicher, schriftlicher und mit Fotos belegter Meldung durch das Autohaus bezahlt. Die Felge für ca. 600Euro. Die Fernbedienung für 150Euro (!).
Es wurden also 5% vom Kaufpreis bezahlt, ganz ohne juristische Androhung oder sogar durch Bezahlung eines anwaltlichen Schreibens.
Wenn man sicher im Recht ist und die Firma nicht bezahlen will (das merkt man ja recht schnell), kann man immer noch einen Anwalt aktivieren.

Gruß
Martin
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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#6 

Beitrag von hymeraner »

Entscheidend ist zunächst mal, ob Du wirklich als Privatperson vom Händler gekauft hast (dann gelten 12 Monate gesetzliche Sachmängelhaftung, vulgo Gewährleistung oder Garantie). Diese kann ausgeschlossen sein,
  • wenn Du als Gewerbetreibender o. ä. gekauft hast
  • oder wenn der Händler nur als Vermittler und Bevollmächtigter aufgetreten ist, der Verkäufer in Wirklichkeit ein Privatperson ist und die gesetzliche Sachmängelhaftung im Kaufvertrag wirksam ausgeschlossen ist
Ist die gesetzliche Sachmängelhaftung wirksam ausgeschlossen, müsstest Du nachweisen, dass der Verkäufer den Schaden kannte und Dir verschwiegen hat (arglistige Täuschung). Das dürfte in Deinem Fall ziemlich aussichtslos sein.
v-dulli hat geschrieben: 06 Jul 2026 20:12 Ich hoffe, man hat die Gewährleistung nicht aufgrund des Exportes ausgeschlossen 😕
Der Export des Fahrzeugs kann m. W. die gesetzliche Sachmängelhaftung nicht ausschließen. Die gesetzliche Sachmängelhaftung kann ein Händler nur dann wirksam ausschließen, wenn er an einen anderen gewerblichen verkauft. Bei Verkauf an Privatpersonen geht das nicht. Deshalb werden manche Fahrzeuge nicht an Privatpersonen verkauft.

Vorliegend hat ohnehin möglicherweise gar kein Export stattgefunden, wenn das Fahrzeug noch nicht im Ausland zugelassen worden ist.

Hast Du nach dem oben Geschriebenen gesetzliche Sachmängelhaftung? Wenn nein, vergiss es. Wenn ja, hattest Du schon Kontakt mit dem Händler und was hat er gesagt?
martin.k hat geschrieben: 06 Jul 2026 21:54 Wenn man sicher im Recht ist und die Firma nicht bezahlen will (das merkt man ja recht schnell), kann man immer noch einen Anwalt aktivieren.
So sehe ich das auch. Händler schließen beim Verkauf von Gebrauchtfahrzeugen regelmäßig Versicherungen ab, um solche Kosten abzudecken. Deshalb sind sie auch in der Regel gar nicht so abweisend unterwegs wie man denken könnte.
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Rosi
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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#7 

Beitrag von Rosi »

Salvador_Marquez hat geschrieben: 06 Jul 2026 19:09 ... am 06.02.2026 bei einem professionellen Händler in Berlin gekauft ...
Vorurteil/Erfahrung: In BERLIN kauft man lieber gar nichts und sei es noch so/zu verführerisch, und/oder man kalkuliert den Ärger von vornherein ein :!:
Salvador_Marquez hat geschrieben: 06 Jul 2026 19:09 ... 200 km Nutzung ... am 10.04.2026 ... schwerer Defekt ... 4. Injektor ... abgeschleppt ... in einer Mercedes‑Werkstatt ... Region Paris abgestellt ...
200km in 2 Monaten von Berlin in die Region Paris :?:
Salvador_Marquez hat geschrieben: 06 Jul 2026 19:09 ... französische TÜV/CT ...
Hatt das Fahrzeug (k)eine aktuelle/neue deutsche HU/ASU :?:
Salvador_Marquez hat geschrieben: 06 Jul 2026 19:09 ... Rechtsschutzversicherung (Pacifica – Crédit Agricole) ... fragwürdigen Argumenten ... Anwalt ... grenzüberschreitenden Fällen ...
Welche Argumente :arrow: Zitat :?:
Ich habe einen inzwischen vertrauten Anwalt als Kunden, der mir empfahl, mich mit COWBOY (belgischer Fahrradverkäufer) zu einigen und/oder das Problem zu verkaufen, weil sich internat. Zivilrecht erst fünfstellig "lohnt", Die enormen Gebühren z.B. für die Zustellung beglaubigter Übersetzungen und ewigen Laufzeiten wären das Risiko nicht wert.
Das wissen der professionellen Händler in Berlin und/oder dessen Anwalt und erst recht Deine Rechtsschutzversicherung :!:
324 M272 EZ 03/16 H2L2 + LANDIRENZO 17tkm
324 M273 EZ 06/08 H2L2 + PRINS 48tkm irgendwann malen
224 M272 EZ 09/08 H1L2 223tkm ohne FIN zu verkaufen
324 M272 EZ 02/07 H1L2 + PRINS verkauft
319 OM642 EZ 05/16 HYMER ML-I 540 verkauft
Salvador_Marquez
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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#8 

Beitrag von Salvador_Marquez »

 Themenstarter

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten. Ich möchte einige Punkte präzisieren:

Die „200 km“ beziehen sich nicht auf die Strecke Berlin–Paris, sondern auf die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs nach der französischen Zulassung. Mit dem deutschen 48‑Stunden‑Kurzzeitkennzeichen durfte ich nur die Strecke Berlin–Paris abdecken. Danach stand das Fahrzeug in meiner Garage, bis ich die französische Zulassung und eine Versicherung erhalten habe. Das hat ungefähr zwei Monate gedauert.

Ich habe den Sprinter am 06.02.2026 bei einem professionellen Händler in Berlin gekauft. Ich bin Privatperson, das Fahrzeug ist ausschließlich für privaten Gebrauch. Der Defekt trat am 10.04.2026 auf.

Fahrzeugdaten:
– Mercedes Sprinter 315 CDI
– Erstzulassung: 11/06/2006
– Kilometerstand beim Kauf: 108.457 km
– Motor: OM651

Ich habe ein vollständiges Fahrzeugdossier vom Händler erhalten: alle Wartungen, Reparaturen und Inspektionen, die in Deutschland durchgeführt wurden. In keinem einzigen Dokument wird eine Reparatur erwähnt, die mit dem aktuellen schweren Defekt zusammenhängt. Außerdem stimmen die Kilometerstände in den Unterlagen mit den TÜV‑Einträgen in Deutschland überein, was für mich ein wichtiges Indiz ist.

Ich habe als Privatperson gekauft und besitze eine offizielle Rechnung des deutschen Händlers. Daher gehe ich davon aus, dass die gesetzliche Sachmängelhaftung gilt und nicht ausgeschlossen werden kann. Der Mercedes‑Werkstattmeister in Frankreich spricht von einem versteckten Mangel. Die Reparaturkosten liegen über 10.000 €, was für mich sehr besorgniserregend ist.

Der Händler reagiert weder auf WhatsApp, E‑Mails noch auf Telefonanrufe. Ich versuche herauszufinden, wie ich die Sachmängelhaftung am besten geltend machen kann und welche Schritte sinnvoll sind. Falls jemand einen Anwalt oder eine Kanzlei in Deutschland empfehlen kann, wäre ich sehr dankbar.

Vielen Dank für eure Unterstützung.

Salvador
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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#9 

Beitrag von hljube »

Also 2006 und OM651 kann schon mal nicht sein.
Den OM651 gab es im 906 auch nie mit 150 PS.
Du wirst einen OM646 haben.

EDIT:
Du hast einen OM646, steht sogar auf dem ersten Bild, da lässt sich der Teilenummernanfang lesen.
Zuletzt geändert von hljube am 07 Jul 2026 22:42, insgesamt 1-mal geändert.
MFG
Julian

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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#10 

Beitrag von Mopedfahrer »

Das mit dem OM651 wollte ich auch gerade schreiben.
20 Jahre alt und knapp über 100.000 km? Hmmm ....
Viele Grüße Anton

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Re: Sprinter in Deutschland gekauft – schwerer Defekt nach 200 km

#11 

Beitrag von Mopedfahrer »

Nenn uns doch den Namen des "professionellen Händler", vielleicht können die Berliner Kollegen hier was dazu sagen.
Viele Grüße Anton

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