pappa hat geschrieben: 30 Jun 2026 10:29
Thias hat geschrieben: 29 Jun 2026 22:23
...
Mit +60 mm höher gesetztem Auge lande ich bei 31 % Einfeder / 69 % Ausfeder → technisch ideal.
..
Was mich aber stutzig macht, ist das was du über die bei dir gemessenen Federwege schreibst.
Wenn deine Werte so passen ist das doch ok.
Ich kenne, und handhabe es (bei Motorradfahrwerken) so, dass im normalen Fahrzustand der Negativfederweg etwa 30 % vom Gesamtfederweg beträgt. Das habe ich bisher als technisch anzustreben wahrgenommen.
Wenn ich es nicht falsch gelesen habe ist das doch etwa bei dir der Fall.
Grüße
Andreas
Hallo Andreas,
Bein Motorrad kann ich mir das so gut vorstellen, starke Beschleunigung, Bremsen...
Bei 4 Rädern ist das aber anders.
Die Regel kommt aus der klassischen Fahrwerksauslegung:
Im fahrbereiten Zustand soll ein Fahrzeug etwa 30–35 % Einfederweg und 65–70 % Ausfederweg haben.
Quelle: SAE Technical Paper (Society of Automotive Engineers)
SAE beschreibt in mehreren Papern zur Fahrwerksauslegung:
„Ride height is typically set such that jounce travel is about one third of total wheel travel, and rebound travel about two thirds.“
Das ist exakt die 1/3–2/3‑Regel.
Oder:
Offroad‑Fahrwerkshersteller (Fox, King, Bilstein, OME)
Alle großen Offroad‑Hersteller geben in ihren Setup‑Guides an:
„Static ride height should be set at approximately one third compression and two thirds droop.“
Das ist die Offroad‑Variante der gleichen Regel.
Einfederweg (oben)
Komfort
Schlaglochreserve, Bodenwelle
Lastaufnahme
Bremsnick
→ 30–35 % reichen völlig.
Ausfederweg (unten)
Traktion
Verschränkung
Sicherheit
Stabilität
→ 65–70 % sind nötig.
Der Sprinter 907/910 4x4 steht serienmäßig fast komplett im Einfederweg (ca. 70/30).
Durch eine höher gesetzte Stoßdämpferaufnahme (z. B. +60 mm) erreicht man wieder das korrekte Verhältnis (ca. 30/70).