Nach sechs Jahren mit meinem Duocar „Büsi“: Was ich geändert habe – und warum
Ich lese hier immer wieder die Frage: Umbauen oder neu kaufen? Bei mir ist die Antwort derzeit klar: Büsi weiterentwickeln.
Je länger ich den Wagen nutze, desto mehr merke ich, dass viele Grundideen des Duocar sehr gut sind. Der Durchgang nach vorne, die kompakte Länge und das Bad im Heck passen hervorragend zu meiner Art zu reisen. Während ich einen neuen Ausbau zwar plane, optimiere ich trotzdem Büsi Schritt für Schritt.
Anschaffungskosten 75000 Euro.
Ausbau-Kosten bis jetzt ca 10000 Euro.
Hier meine wichtigsten Änderungen und die nächsten Projekte:
1. Solar + Votronic: Eine Woche autark
Auf dem Dach arbeitet eine Solaranlage mit Votronic-Ladetechnik inklusive Stützladung für die Starterbatterie.
Das Ergebnis: Ich musste in den letzten Jahren kein einziges Mal überbrücken. Selbst bei längeren Standzeiten bleibt die Starterbatterie fit. Im Sommer kann ich problemlos etwa eine Woche autark stehen, oft auch länger.
Für meine Art des Reisens ist das vermutlich die wertvollste Modifikation überhaupt.
2. Bett auf 80 × 200 cm umgebaut
Das Originalkonzept war für mich nicht ideal.
Ich habe das Bett auf 80 × 200 cm umgebaut. So entsteht ein breites Längsbett und eine verbesserte Aussicht nach draußen. Kein Umbauen am Abend, keine Kompromisse.
Wenn ich doch einmal zu zweit unterwegs bin, lässt sich das Bett wie auf den Fotos zu einer grösseren Liegefläche erweitern.
Für 95 % meiner Reisen ist die Einzelbett-Lösung die deutlich bessere Variante.
3. Lagun statt Original-Tischsäule
Die originale Tischsäule habe ich durch einen Lagun-Tischarm ersetzt.
Das war einer dieser Umbauten, bei denen man sich hinterher fragt, warum man es nicht schon früher gemacht hat.
Der Tisch lässt sich viel flexibler positionieren, der Durchgang wird grösser und man kann bequem vom Bett, vom Sitzplatz oder sogar von draussen aus arbeiten.
4. Brompton-Stellplatz gefunden
Zwischen Fahrersitz und Bett hat mein Brompton-Faltrad seinen festen Platz gefunden.
Kein Heben in die Heckgarage, kein Verstauen unter dem Bett, kein Tetris-Spiel beim Beladen.
Aufklappen, losfahren, zurückkommen, wieder hinstellen.
5. Das Bad wird komplett neu gedacht
Der grösste Umbau steht noch bevor.
Die Kassettentoilette sowie der gegenüberliegende Waschtisch werden entfernt.
Stattdessen kommt eine Beuteltoilette mit Urintrennung an die Wand dort, wo heute der Waschtisch sitzt.
Der Hauptgrund ist überraschend simpel:
Die ausgezogene Toilettenschublade blockiert heute den Zugang. Das nervt mich seit dem ersten Tag.
Mit der neuen Anordnung bleibt der Durchgang frei und das Bad wird deutlich angenehmer nutzbar.
6. Zwei grosse Vollauszüge statt Toilettenschublade
Dort, wo heute die Kassettentoilette sitzt, entstehen zwei grosse, voll ausziehbare Schubladen.
Werkzeug, Kabel, Ersatzteile, Vorräte – alles wird besser zugänglich als bisher.
Ich bin inzwischen überzeugt, dass man in einem kleinen Camper fast nie zu viele Vollauszüge haben kann.
7. Staukasten-Klimaanlage unter dem Bett
Unter dem Bett habe ich bereits eine Staukasten-Klimaanlage eingebaut.
Sie funktioniert gut, ist aber noch nicht endgültig verkleidet.
Neben der Klimaanlage soll ein weiterer Vollauszug entstehen, damit der Platz unter dem Bett möglichst effizient genutzt wird.
8. Apotheker-Schrank wird Gerätegarage
Der hohe Apothekerschrank wird bei mir vereinfacht.
Statt vieler kleiner Fächer entsteht eine Gerätegarage für die Dinge, die ich tatsächlich täglich nutze:
* Instant Pot
* Wasserkocher
* Kaffeemühle
* Küchenzubehör
* Elektronik
Weniger Mechanik, weniger Gefummel, schnellerer Zugriff.
Fazit
Je länger ich mit Büsi unterwegs bin, desto mehr schätze ich die Grundidee des Fahrzeugs. Gleichzeitig zeigt die Praxis gnadenlos, welche Funktionen man wirklich nutzt und welche eher aus dem Prospekt stammen.
Mein Ziel ist inzwischen nicht mehr, einen möglichst vielseitigen Camper zu besitzen, sondern einen Camper, der für meine tatsächlichen Reisen optimiert ist:
* alleine reisen können
* wochenlang autark stehen
* Fahrrad immer dabei
* Toilette unkompliziert
* Küche sofort einsatzbereit
* möglichst wenig Umbauarbeit im Alltag
Vielleicht baut man sich am Ende doch irgendwann einen völlig neuen Camper.
Aber im Moment habe ich den Eindruck, dass Büsi noch einige sehr gute Jahre Entwicklungspotenzial vor sich hat.
