Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

Mercedes Sprinter 1 (Typ T1N, Baumuster W901-W905) & VW LT 2 - ab 1995 bis 2006
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Bastelay
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Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#1 

Beitrag von Bastelay »

 Themenstarter

Hallo in die Expertenrunde,

Wir sind gerade mit unserem ausgebauten Sprinter in Österreich unterwegs.
Auf der Landstraße geht plötzlich ohne Vorwarnung der Motor aus und springt auch nicht mehr an. Nach 1h Nachschauen und Überlegen springt er einfach wieder an wie gewohnt und läuft nochmal 15min. Das gleiche Spiel noch 3 mal mit Laufzeiten von 5-20 min und Wartezeit von 15-30min.

Abspring- und Laufverhalten ist total unauffällig wenn er läuft. Diesel Tankinhalt ca 20L/100L. Batteriespannung ok. Verschiedene Transponderschlüssel getestet.
Motor ist x13cdi Om611 mit 129PS. BJ 2000.
Es gibt keine Warnleuchten im Cockpit.

Ich habe leider kein Diagnosegerät dabei und weiß nicht, ob ich es bis zu einer Mercedes Werkstatt schaffe, da er in den unpassenden Momenten ausgeht. Vielleicht hat jemand von euch eine Idee.

Folgende Fragen habe ich an diejenigen die ein funktionierendes Expemplar haben:
Hat dieser Motor eine elektrische Förderpumpe im Tank?
Zeigt der Drehzahlmesser normalerweise beim Anlassen die Motordrehzahl an? (vor dem Anspringen)
Andere Diagnoseideen?

Danke für sämtliche Hinweise!
Jonas
Zuletzt geändert von Bastelay am 23 Mai 2024 14:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Many
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#2 

Beitrag von Many »

Hallo Jonas,

hört sich ein bisschen wie mein Problem von vor zwei Jahren an.
Während der Fahrt hat er kein Gas mehr angenommen und nach dem ausmachen startete er nicht mehr.
Bei Startversuch klang es wie wenn er keinen Sprit bekommt.
Fehlercodes auslesen und im Anschluss Kurbelwellen und Nockenwellen Sensor tauschen brachte die Lösung.

Viel Erfolg auf deinem Weg zum Auslehsegerät

Markus
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Bastelay (23 Mai 2024 20:46)
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Bastelay
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#3 

Beitrag von Bastelay »

 Themenstarter

Bild
20240523_105017.jpg
Danke für den Hinweis. Ich bin grad auf dem Weg zur Werkstatt liegen geblieben... Warten bis es wieder läuft.
Bei der Forensuche stößt man immer wieder auf das Thema Luft in der Dieselleitung. Am mittleren durchsichtigen Anschluss des Filters sieht man beim Orgeln immer mal wieder Luftblasen vorbeikommen. Ist das der Rücklauf? Ist das evtl. das Problem?

Am Hinweis auf KW- und Nockebwellensensor könnte durchaus auch was dran sein. Beim Anlassen zeigt sich keine Drehzahl, daher tippe ich mal auf die Richtung Sensor.
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Many
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#4 

Beitrag von Many »

Noch zu deiner Frage bezüglich Vorförderpumpe, gibt es keine, wird tatsächlich alles hochgezogen.

Markus
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Bastelay (23 Mai 2024 20:47)
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#5 

Beitrag von kammler »

20240523_105017.jpg
20240523_105017.jpg (8.98 KiB) 2216 mal betrachtet
Das gehört aber nicht so...
Da fehlt eine Schraube
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#6 

Beitrag von Bastelay »

 Themenstarter

Also, um das Thema auch für die Nachwelt abzuschließen:

Wir haben es heute mit zwei weiteren Zwangspausen in die Werkstatt geschafft. Markus hat mit seiner Vermutung sehr gut gelegen, die Diagnose zeigte Synchronisationsprobleme zwischen KW- und Nockenwellensensor.
Die Werkstatt hatte leider keine Kapazitäten für eine kurzfristige Reparatur, hat aber die beiden Sensoren besorgt und mich dort vor Ort diese tauschen lassen. Meine volle Empfehlung also an Mercedes Luger in St. Florian am Inn!

Die Fehler sind aus dem Steuergerät verschwunden, der Motor lief jetzt einige km und ich denke damit ist es erledigt. Gefühlt dreht der Anlasser jetzt eine Umdrehung länger zum Anspringen, aber kann auch nur Einbildung sein (Sensoren von Bosch und Hella verbaut).
Nur erklärt sich mir nicht warum bei dieser Art Problem der Motor nach einer gewissen Wartezeit wieder läuft... Quasi wie eine Abkühlphase...
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Vanagaudi (23 Mai 2024 23:53), Sprinter_213_CDI (24 Mai 2024 05:27), speeedi (24 Mai 2024 08:17)
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#7 

Beitrag von Vanagaudi »

Bastelay hat geschrieben: 23 Mai 2024 20:46Nur erklärt sich mir nicht warum bei dieser Art Problem der Motor nach einer gewissen Wartezeit wieder läuft... Quasi wie eine Abkühlphase...
Es ist wahrscheinlich tatsächlich eine Abkühlphase. v-dulli hat irgendwo im Forum geschrieben, das die Sensoren Haarrisse bekommen können und dann im Betrieb nicht in ihrer Position sitzen bleiben. Mit der Temperatur dehnt sich auch das Gehäuse aus, wird flexibler. Damit verändert sich auch das Signal, das an das MSG geschickt wird.

Wenn du die alten Sensoren noch besitzt, kann du sie mal in Ruhe untersuchen. Vielleicht findest du einen Riss und kannst davon ein Foto posten.
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#8 

Beitrag von Sprinter_213_CDI »

Vanagaudi hat geschrieben: 24 Mai 2024 00:00 Wenn du die alten Sensoren noch besitzt, kann du sie mal in Ruhe untersuchen. Vielleicht findest du einen Riss und kannst davon ein Foto posten.
Moin
Glückwunsch zur erfolgreichen Reparatur und schönen Urlaub noch.

Zu den Foto`s vielleicht auch mal die Artikelnummern von den Original MB Verpackungen als Foto einstellen. Das hilft anderen sicher mal weiter.

Alles Gute, gute Fahrt
Bj. Juli / 2010, 210.000 km

Rückfahrkamera, C Schienen, 1DIN Radio, 300 Ah LiFePo4, Sitzbank 3-5, Drehsitze, zwei Airbag, AHK, Tempomat mit Limiter, WR 1500 W, Ladebooster 40A D+, Airtronic 3900, 390W Solar mit MPPT, 2. Kupplung
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#9 

Beitrag von Bastelay »

 Themenstarter

Guter Punkt.

Nockenwellensensor EAN: 4082300247527
Kurbelwellensensor: Nr.: 0261210170

Ich hab bei keinem Sensor Haarrisse sehen können. Beide sehen äußerlich noch gut aus, nur der KW- Sensor hat zwei kleine Macken wie Bissspuren...

Die beiden Sensoren sind ziemlich günstig und die potentiellen Auswirkungen so entscheidend und der Austausch einfach, dass man tatsächlich überlegen könnte, diese präventiv dabei zu haben. Zumindest bei Expedition fernab von allem eher schon Pflicht.
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20240524_143128.jpg
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#10 

Beitrag von Vanagaudi »

Bastelay hat geschrieben: 24 Mai 2024 14:57Beide sehen äußerlich noch gut aus, nur der KW- Sensor hat zwei kleine Macken wie Bissspuren...
Seltsame Stelle für eine Macke. Vielleicht solltest du einen Blick auf dein Inkrementalrad deiner Schwungscheibe werfen und nach Schäden absuchen.
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der.harleyman (24 Mai 2024 18:37)
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.
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der.harleyman
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#11 

Beitrag von der.harleyman »

Es kann durch die Bildqualität täuschen. Aber der Reduzierschlauch scheint erste Risse zu bekommen. Hol Dir Ersatz bevor das nächste Problem anrollt. Verwende möglichst Originalschellwn und kein Fusselzeug. Das Thema Schelle wurde erst kürzlich behandelt und sollte über die Suchfunktion gut zu finden sein.
der harleyman
319CDI, 2016, L3H2, graphitgraumet., 430.000km, na und?! :)
jora
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Re: Rätselhafter Motorausfall T1N OM611

#12 

Beitrag von jora »

Hallo,

ich hatte ein ähnliches Problem wie der Bastelay:
-> betriebswarmer Motor ging nach 30min Pause nicht mehr an. Weitere 20-30min Wartezeit (abkühlen), danach ganz normaler Start.
-> Ausgehen während der Fahrt ist mir nur 1x passiert, dann habe ich ihn abgestellt.
-> Kein EDC oder sonstige Leuchten.

Nach einiger Recherche war ich mir relativ sicher, dass es einer der KW / NW Sensoren waren und habe sie neu bestellt. Auslesen wäre kurzfristig nicht möglich, und ich schaffe mir bald selbst ein Gerät an.

Nun habe ich beide Sensoren getauscht und siehe da, der Kurbelwellensensor ist am Messpunkt ziemlich ölig, und hat daher vmtl. falsche Signale (temperaturabhängig) geliefert.
KW Sensor
KW Sensor
Es könnte der erste Tausch des Sensors nach jetzt 260k sein, aber meine Frage:
-> Öl am Messpunkt bedeutet Öl an der Schwungscheibe am Inkrementrad -> folglich undichter Simmerring der KW?
Andererseits hat der KW Sensor ja auch keine Dichtung und es könnte sein, dass es über die Jahre am Sensor (oder durch Haarrisse) runtergelaufen ist.

Hat jemand einen Tipp wie ich möglichst einfach einen undichten Simmerring feststellen kann oder das Inkrementrad kontrolliere?
W903, 313 CDI Bj. 2001
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