So, nun ist der 8. Tag auch schon vorbei….
Ich bin heute früh etwas überhastet vom Zeltplatz am Rocky River aufgebrochen, da ich mir nicht so ganz sicher war, ob mein Eintrittsticket für den Nationalpark noch gilt oder nicht. Die erneuten 10$ kann man sich mal sparen, wenn man ein wenig früher aufsteht und das Weite sucht…
Über eine üble Gravelroad ging es zum Geologischen Highlight "Harweys Return". Auf dem Weg dahin, liefen mir dann auch noch die ersten Kängeruhs über den Weg. Harweys Return ist die alte Anlegestelle für den Leuchtturm am Cape Borda. Hier wurde alles an Land gebracht, was zum Betrieb des Leuchtturms erforderlich war, als es noch keine Strassen dorthin gab. Die Güter wurden mit einem kleinen Beiboot an die Küste gebracht und mit einem kleinen Kran, dessen Fundament heute noch steht auf eine vielleicht 100m lange Feldbahn gehoben. Die Feldbahn endete an einem Schrägaufzug, der mit einem Pferdegöpel angetrieben wurde.
Ich machte ja heute noch eine Führung auf dem Leuchtturmgelände von Cape Borda mit (habs ja bezahlt…) und dort erzählte mir der Ranger (ein absolutes Unikat…ich musste ordentlich in mich reingrinsen) über diesen Pferdeantrieb. Es wurden 2 Pferde eingesetzt (eins zum Arbeiten und eins in Reserve…die Namen nannte er mir auch..aber das Alter). Das eine Pferd war ein cleveres, konnte zählen und war faul. Das andere war halt geistig ein wenig träge. Wenn das Versorgungsschiff kam, dann tutet der Kapitän 1x mit dem Schiffshorn und signalisierte dem Leuchtturmteam, dass er da ist (Funktelefon gab es halt noch nicht

). Das einmalige tuten nahm das clevere Pferd zum Anlass jedesmal das Weite zu suchen und sich vor der Arbeit zu drücken. Die durfte dann das etwas geistig trägere Pferd verrichten. Beim Abschied tutete der Kapitän 2x und das clevere Pferd kam wieder zurück. Irgendwann kam das Leuchtturmwärterteam dahinter und der verabredete mit dem Kapitän, dass er das nächste mal bei der Ankunft wie üblich einmal das Horn betätigen sollte und dann etwas später noch 2x hintereinander, um die Abfahrt vorzugauckeln. Tja…und da hörte dann die Cleverness des Pferdes auf…es ist drauf reingefallen und musste an den Göpel und das andere Pferd hatte frei. Ob die Geschichte nun stimmt oder nicht…das ist mir egal…ich fand sie einfach nur herrlich. Zumal der Ranger sie mit einer Inbrunst erzählt hat, daß sie für mich glaubhaft ist.
Tja, zum Leuchtturm von Cape Borda gibt es eigentlich nichts weiter zu erzählen. Das Ende der Welt (als zumindest von KI). Von da aus gehts dann geradeaus nach Südamerika (selbst Kapstadt liegt nördlich davon). Ein kleiner Leuchtturm, der heute noch auf die klassische Art und Weise (fette Glühlampe mit einem Linsensystem) in Betrieb ist und nicht wie der am Cape Willoughby nur noch mit LED - Blinken funktioniert (also der Ranger war da echt nicht gut drauf zu sprechen…das machte ihn irgendwie sympathisch).
Ich bin dann anschließend nochmal nach Kingscote zum tanken gefahren. Also KI ist ein teures Pflaster. 1l Diesel kostet 1,68$…in ADL 1,35$. Aber bis dahin hätte es nie und nimmer mehr gereicht. Also hab ich zähneknirschend voll getankt. Der Toyo nimmt sich bei Schleichfahrt rd. 10,5l / 100km. Den Wert finde ich in Anbetracht der Höhe des Fahrzeugs und der Zuladung über die Wohnkabine akzeptabel.
Da der Zeltplatz in der Antechamberbay aus irgendwelchen Gründen derzeit umsonst ist, bin ich dort wieder hingefahren. Morgen gehts dann wieder rüber aufs Festland zum nächsten Nationalpark zwischen Adelaide und Port Augusta.
bis denne
Timm (unten rechts)