Folge dem Kanal DANI und JAN
https://whatsapp.com/channel/0029Vb5dlR1BlHpdauvxfv1l
Baltikum
Re: Baltikum
Wir waren schon mehrmals im Baltikum. Als Dresdner fahren wir in Görlitz über die Grenze nach Polen und dann schräg durch Polen nach Litauen. Von z.B. Lübeck kann man mit dem Schiff ins Baltikum übersetzen. Achtung: Womos über 3,5 t müssen in Polen auf Autobahnen Maut bezahlen. Die einzige Möglichkeit der Bezahlung ist mit dem Smartphone. Dazu muss man sich vorher beim polnischen Finanzministerium eine App herunterladen und registrieren - sehr tricky. Aber die Mautkosten sind viel billiger als in F oder I.
Die 3 Hauptstädte im Baltikum sind alle sehenswert, wenn auch mit unterschiedlichem Charakter: Vilnius mit polnischem Barock, Riga mit einigen Hanse-Bauten und Jugendstilviertel und Tallinn mit Hansestil- die historischen Zentren sind alle neu renoviert. Man sollte aber nicht mit dem Womo ins Zentrum fahren, da kaum Parkmöglichkeiten, also lieber am Rande parken und dann ÖPNV nehmen. Allerdings ist die Womo-Infrastruktur wenig ausgebaut, also V/E, Stromsäulen usw.. Eine gewisse Autarkie ist im Baltikum sehr sinnvoll.
Lettland und Estland ist urdeutsches Gebiet seit über 800 Jahren und waren bis zum ersten Weltkrieg auch zum großen Teil deutsch besiedelt, auch wenn ein Teil später von den Schweden und danach von den Russen erobert wurde. Aber die Bevölkerung blieb trotzdem deutsch. Das zeigt sich z.B. am deutschen Baustil älterer Häuser. Die Letten und ESten kamen erst Jahrhunderte später ins Land, aber es gab kaum Probleme mit den Deutschen. Deutsche sind in Litauen und Estland immer noch beliebt.
Am meisten hat es uns in Estland gefallen, insbesondere die Natur, aber auch die beiden großen Inseln, zu denen Autofähren fahren. In den Wäldern im Süden und nicht ganz so gut am Peipusseee kann man als Pilzsucher das Paradies finden. Im August gibt es da riesige Mengen, vor allem Pfifferlinge. Das Problem ist nicht das Finden der Pilze, sondern die Verarbeitung und Haltbarmachung. Wir haben da einen Kühlschrank mit sehr großem Gefrierfach, aber nach wenigen Tagen war das Gefrierfach mit knapp 40 kg voll und wir waren regelrecht überfressen.
Die beste Pilzzeit ist dort im August - wenn es nicht wie im vergangenem Jahr zu wenig geregnet hat.
Achtung: Im Süden von Estland gibt es in dieser Zeit Unmengen von sehr aggressiven Mücken. Die dt. Antimückenmittel helfen da nicht - also einheimische Mittel kaufen. Auch ein Hut mit Mückennetz ist da sehr hilfreich. Im Süden Estlands gibt es auch Bären, aber solange man sich nicht nähert, um zu fotografieren, besteht meist keine Gefahr, aber man darf sich nie Jungbären nähern!!! Wir hatten nie Probleme und zur Not einen Pfefferspray dabei.
Ein Zauberwort in Estland ist RMK. Das ist die staatliche Forstverwaltung. Diese ist in Estland auch für den Tourismus verantwortlich. Die RMK bietet viele kostenlose Stellplätze bzw. Wanderparkplätze an, auf denen Womos übernachten können, meist im Wald. Allerdings zumeist ohne V / E und ohne Stromsäulen. Der RMV hat viele Wanderwege ausgeschildert und Steige durch Moore ausgebaut. An manchen Stellen gibt es nur Infotafeln, aber es gibt auch einige bemannte RMV-Stationen. Dort gibt es kostenlose oder spottbillige Karten und Wanderkarten, Ausstellungen und manchmal auch Trinkwasser.
In Estland gibt es viele Relikte aus der Ordensritterzeit, mehr als in Litauen und Lettland, z.B. Burgen und Kirchen aus roten Backsteinen - vorwiegend aus der Zeit um 1200 bis 1240.
Da wir ziemlich autark sind, haben wir keine einzige Nacht auf einen der wenigen Camping- oder Stellplätze gestanden. Im Landesinneren meist auf RMK-Plätzen und an der Küste bzw. auf den beiden Inseln direkt am Meer. Es gibt da viele Parkplätze und Wanderparkplätze und wenn man keinen solchen findet, gibt es viele Marinas mit Parkplätzen - alles legal und manchmal nur 3 ... 5 m vom Ufer entfernt. Es gibt dort aber außer bei Sturm keinen Wellengang.
Die V / E ist im Baltikum sehr schwierig. Eine Entsorgungsmöglichkeit sind manchmal auf Raststätten und großen LKW-Parkplätzen, großen Marinas und größeren CP.
Früher war das Baltikum billig, aber jetzt sind die Preise etwa wie in Schweden.
In Lettland und in Estland gibt es eine große russische Minderheit von bis zu 20 %. Diese konzentriert sich meist in früheren Garnisionsstädte, in Ignalina (Stadt an einem ehemaligen Kernkraftwerk in Litauen) und im Raum Narva. Ein großer Teil davon schätzt die EU, aber eine größer werdende Minderheit ist sehr russlandfreundlich. In entspannten Zeiten gibt es kaum Probleme mit den Russen, aber immer wenn Russland Krieg führt oder sich einer anbahnt, werden diese plötzlich lautstark, aggressiv und großmachtlüstern. Ich würde diese Problemstädte gegenwärtig lieber vermeiden. Die Russen sind eine Hinterlassenschaft der russischen Invasion vor und nach dem 2. Weltkrieg. Die Russen haben insbesondere bei der ersten Invasion einen regelrechten Völkermord verübt und ca. 20 % der Bevölkerung in wenigen Monaten ermordet. Die Einheimischen hassen deshalb die Russen abgrundtief.
Ich würde auf keinen Fall das Angebot der russischen Grenzschützer an der kurischen Neerung oder anderswo am Oblast Kaliningrad wahrnehmen, für z.B. 30 Euro mit dem Womo einzureisen. Das ist nicht legal, man bekommt keine Einreisedokumente und es kann schnell passieren, dass man nicht wieder ausreisen kann oder das Womo beschlagnahmt wird.
Bis 2014 konnte man mit einem russischen Visum bei Narva einreisen, um ins nahe Petersburg oder weiter nach Finnland zu fahren, aber jetzt ist dieser Grenzübergang für Fahrzeuge gesperrt.
Alle 3 baltischen Staaten haben den EURO.
Die 3 Hauptstädte im Baltikum sind alle sehenswert, wenn auch mit unterschiedlichem Charakter: Vilnius mit polnischem Barock, Riga mit einigen Hanse-Bauten und Jugendstilviertel und Tallinn mit Hansestil- die historischen Zentren sind alle neu renoviert. Man sollte aber nicht mit dem Womo ins Zentrum fahren, da kaum Parkmöglichkeiten, also lieber am Rande parken und dann ÖPNV nehmen. Allerdings ist die Womo-Infrastruktur wenig ausgebaut, also V/E, Stromsäulen usw.. Eine gewisse Autarkie ist im Baltikum sehr sinnvoll.
Lettland und Estland ist urdeutsches Gebiet seit über 800 Jahren und waren bis zum ersten Weltkrieg auch zum großen Teil deutsch besiedelt, auch wenn ein Teil später von den Schweden und danach von den Russen erobert wurde. Aber die Bevölkerung blieb trotzdem deutsch. Das zeigt sich z.B. am deutschen Baustil älterer Häuser. Die Letten und ESten kamen erst Jahrhunderte später ins Land, aber es gab kaum Probleme mit den Deutschen. Deutsche sind in Litauen und Estland immer noch beliebt.
Am meisten hat es uns in Estland gefallen, insbesondere die Natur, aber auch die beiden großen Inseln, zu denen Autofähren fahren. In den Wäldern im Süden und nicht ganz so gut am Peipusseee kann man als Pilzsucher das Paradies finden. Im August gibt es da riesige Mengen, vor allem Pfifferlinge. Das Problem ist nicht das Finden der Pilze, sondern die Verarbeitung und Haltbarmachung. Wir haben da einen Kühlschrank mit sehr großem Gefrierfach, aber nach wenigen Tagen war das Gefrierfach mit knapp 40 kg voll und wir waren regelrecht überfressen.
Die beste Pilzzeit ist dort im August - wenn es nicht wie im vergangenem Jahr zu wenig geregnet hat.
Achtung: Im Süden von Estland gibt es in dieser Zeit Unmengen von sehr aggressiven Mücken. Die dt. Antimückenmittel helfen da nicht - also einheimische Mittel kaufen. Auch ein Hut mit Mückennetz ist da sehr hilfreich. Im Süden Estlands gibt es auch Bären, aber solange man sich nicht nähert, um zu fotografieren, besteht meist keine Gefahr, aber man darf sich nie Jungbären nähern!!! Wir hatten nie Probleme und zur Not einen Pfefferspray dabei.
Ein Zauberwort in Estland ist RMK. Das ist die staatliche Forstverwaltung. Diese ist in Estland auch für den Tourismus verantwortlich. Die RMK bietet viele kostenlose Stellplätze bzw. Wanderparkplätze an, auf denen Womos übernachten können, meist im Wald. Allerdings zumeist ohne V / E und ohne Stromsäulen. Der RMV hat viele Wanderwege ausgeschildert und Steige durch Moore ausgebaut. An manchen Stellen gibt es nur Infotafeln, aber es gibt auch einige bemannte RMV-Stationen. Dort gibt es kostenlose oder spottbillige Karten und Wanderkarten, Ausstellungen und manchmal auch Trinkwasser.
In Estland gibt es viele Relikte aus der Ordensritterzeit, mehr als in Litauen und Lettland, z.B. Burgen und Kirchen aus roten Backsteinen - vorwiegend aus der Zeit um 1200 bis 1240.
Da wir ziemlich autark sind, haben wir keine einzige Nacht auf einen der wenigen Camping- oder Stellplätze gestanden. Im Landesinneren meist auf RMK-Plätzen und an der Küste bzw. auf den beiden Inseln direkt am Meer. Es gibt da viele Parkplätze und Wanderparkplätze und wenn man keinen solchen findet, gibt es viele Marinas mit Parkplätzen - alles legal und manchmal nur 3 ... 5 m vom Ufer entfernt. Es gibt dort aber außer bei Sturm keinen Wellengang.
Die V / E ist im Baltikum sehr schwierig. Eine Entsorgungsmöglichkeit sind manchmal auf Raststätten und großen LKW-Parkplätzen, großen Marinas und größeren CP.
Früher war das Baltikum billig, aber jetzt sind die Preise etwa wie in Schweden.
In Lettland und in Estland gibt es eine große russische Minderheit von bis zu 20 %. Diese konzentriert sich meist in früheren Garnisionsstädte, in Ignalina (Stadt an einem ehemaligen Kernkraftwerk in Litauen) und im Raum Narva. Ein großer Teil davon schätzt die EU, aber eine größer werdende Minderheit ist sehr russlandfreundlich. In entspannten Zeiten gibt es kaum Probleme mit den Russen, aber immer wenn Russland Krieg führt oder sich einer anbahnt, werden diese plötzlich lautstark, aggressiv und großmachtlüstern. Ich würde diese Problemstädte gegenwärtig lieber vermeiden. Die Russen sind eine Hinterlassenschaft der russischen Invasion vor und nach dem 2. Weltkrieg. Die Russen haben insbesondere bei der ersten Invasion einen regelrechten Völkermord verübt und ca. 20 % der Bevölkerung in wenigen Monaten ermordet. Die Einheimischen hassen deshalb die Russen abgrundtief.
Ich würde auf keinen Fall das Angebot der russischen Grenzschützer an der kurischen Neerung oder anderswo am Oblast Kaliningrad wahrnehmen, für z.B. 30 Euro mit dem Womo einzureisen. Das ist nicht legal, man bekommt keine Einreisedokumente und es kann schnell passieren, dass man nicht wieder ausreisen kann oder das Womo beschlagnahmt wird.
Bis 2014 konnte man mit einem russischen Visum bei Narva einreisen, um ins nahe Petersburg oder weiter nach Finnland zu fahren, aber jetzt ist dieser Grenzübergang für Fahrzeuge gesperrt.
Alle 3 baltischen Staaten haben den EURO.
- Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor dietmardd für den Beitrag (Insgesamt 5):
- fuzzy-baer (22 Mär 2026 12:08), MobilLoewe (22 Mär 2026 14:31), Mopedfahrer (22 Mär 2026 20:01), Jan1 (23 Mär 2026 05:21), Helmut4x4 (23 Mär 2026 18:13)








