Mit einem Sprinter nicht zu vergleichen, aber in meinem Einsatzgebiet unter dem Strich insgesamt wesentlich rentabler.

Das Gerät heißt Renault Trafic und ist exakt baugleich als Nissan Primastar und Opel Viagra.. ähm Vivaro zu kaufen.
Apropos kaufen, gekauft hab ich den Trafic im Sommer 2006, der Kaufpreis lag in der Ausstattung bei ca. 21.000 €
Geordert wurde der 1,9l Diesel mit 74 kw mit Klimaanlage, Holzboden im Laderaum, Nebelscheinwerfer, Radiovorrüstung, Laderaum ohne Scheiben, Trennwand ohne Scheibe, Hecktüren mit 180° Scharnieren (270° kosten 480.-€ Aufpreis). Sechsgang-Schaltgetriebe ist Serie. Radstand lang – das macht drei Palettenstellplätze und etwa 970 kg Zuladung.
Ein Tempomat war vom Hersteller nicht zu ordern. Wurde vom Händler nachträglich bei einer externen Firma eingebaut. (ein Model von Waeco)
Die Kaufentscheidung kam sehr einfach zustande. Es zählte in erster Linie der Preis unterm Strich, zweiter Grund war der Ankaufpreis, den der Händler für einen gebrauchten PKW, der zur gleichen Zeit weg mußte, zahlen wollte. Letzteres ist auch der Grund weshalb nicht Opel oder Nissan dran steht. Die Opel Händler hier konnten vor Arroganz kaum laufen und deshalb auch kein Geschäft machen. Der Ankaufpreis unterschied sich zu dem beim Renault Händler bei gleichem Neuwagenpreis um 100%.
Dritter Kaufgrund war der Sitzkomfort für den Fahrer. (Kopffreiheit).
Ein vergleichbarer VW Transporter hätte um die 10.000 € mehr gekostet.
Nachgerüstet haben wir ein gescheites Radio (die Original Lautsprecher sind absolut geil und 100 Mal besser als die im Sprinter). DVB-T und Monitor, Rückfahrkamera, Navi und ein paar extra Steckdosen im Laderaum und vorn.
Das Auto hat heute etwa 360.000 km auf der Uhr und das Fazit ist in der Gesamtheit positiv.
Aller 30.000 km ist eine Wartung (Ölwechsel) fällig, Garantie gab es zwei Jahre.
In der Garantiezeit gab es auch den einen oder anderen Mangel, der abgestellt werden mußte.
- Kombiinstrument getauscht nach 125.000 km wegen Geräuschen beim Zeiger bewegen
(nicht lachen!)
- Diverse Plastikverkleidungen, die immer mal wieder abgefallen oder abgebrochen sind
(an den Sitzen z.B.)
- irgend ein Sensor für die Einspritzdüsen gewechselt
- Luftmassenmesser gewechselt (irgendwo bei 220.000 km oder so)
Irgendwelcher Kleinkram war auch noch, hab ich vergessen…..
Immer wieder bemängelt wurde das Getriebe. Bei Außentemperaturen unter 10°C ist der erste und zweite Gang kaum rein zu bekommen. Schaltet sich total teigig. Ist das Öl warm geht alles leicht. Der Hersteller hat irgendwann ein anderes Öl angeordnet – geht aber noch schlechter.
Von der Abstufung her ist das Getriebe optimal – vor allem wegen dem 6. Cruise Gang
Die ersten Bremssteine haben 200.000 km gehalten (!!) – Das liegt aber daran, daß bei unserer extrem Material schonenden Fahrweise kaum gebremst wird.
Bei ungefähr 300.000 km fiel das Kupplungspedal zum Boden durch, und lies sich auch nicht hochpumpen. Renault wollte mir einen neuen Kupplungsautomaten verkaufen. (800.- €) In der freien Werkstatt wurde das Ausdrücklager (bei diesem Modell gleichzeitig der Kupplungsnehmerzylinder) gewechselt. (120.-€)
Absoluter Müll sind die eingesetzten Zurrösen, die ihren Namen wirklich nicht verdienen.
Unverschweißte D-Ringe in einem Blechle…. Mit normalen Zurrgurten haben wir die Dinger schon einige Male gekillt. In der Garantiezeit hat Renault die immer wieder ersetzt. Nun kauf ich sie selbst (kosten bei Renault 14.-€ und bei Opel 4,50 €).
Eine Aussage für welche Zugkraft die Teile ausgelegt sind, war bei keinem Hersteller zu bekommen.
Der Tempomat hat etwa 200.000 km gehalten, was vor allem an der Blödheit des Herstellers (des Autos, nicht des Tempomaten) liegen dürfte.
Wie schon oben geschrieben kann man diesen Transporter bei Renault nicht mit einem Tempomat ab Werk ordern. Seltsam ist, das es das gleiche Auto als Bus mit Tempomat zu ordern ist. Noch seltsamer ist, daß das Auto ein elektronisches Gaspedal hat und es also simpel sein sollte, dem Auto ein passendes Signal ans Steuergerät zu liefern.
Aber auch gegenüber Top-Herstellern von Nachrüstsätzen scheint der Hersteller nicht die richtigen Informationen zu liefern, so das in diesem Fall ein mechanischer Tempomat, der mit einem Stellmotor das Gaspedal zieht, zum Einsatz kam.
Und der hat eben nicht länger das ewige hin und her ertragen…..
Der Dieselverbrauch hat sich bei unserer Fahrweise zwischen 5 und 7 Liter auf 100km eingepegelt.
Fazit:
Ich würde das Auto jederzeit wieder kaufen. Aus unternehmerischer Sicht sowieso, aber auch als Fahrer. Die Motorisierung ist mit dem 1,9er völlig ausreichend und entsprechend sparsam.
Wirkliche Pannen gab es nicht, Verschleißteile im üblichen Rahmen und nicht zu teuer.
Nervig ist, das im Motorraum kaum Platz ist, Lampenwechsel geht mit Gynäkologenhänden, Wasser auffüllen mit viel Zielwasser….
Ansonsten…. er läuft und läuft und läuft….
valoron
P.S. Hat das einer bis hier unten gelesen?
















