Pressemitteilung vom 13.03.2006 | 17:22
DaimlerChrysler AG
[center]Jubiläum im DaimlerChrysler-Werk Mannheim: 500.000 Tauschmotoren[/center]
- Tauschmotoren mit gleicher Garantie wie Neumotoren
- Gleiche Qualitätsmaßstäbe bei der Aufbereitung wie bei der Neufertigung von Nutzfahrzeug-Motoren
Das Werk Mannheim der DaimlerChrysler AG feiert den Bandablauf des 500 000. Tauschmotors für Nutzfahrzeuge. Bei dem Jubiläumsexemplar handelt es sich um einen 8-Zylinder-Motor der Baureihe 500.
Hohe Laufleistungen
Nutzfahrzeuge erreichen heute oft in relativ kurzer Zeit hohe Laufleistungen. 'Kilometermillionäre' sind unter den hochwertigen Mercedes-Benz Lkw und Omnibussen keine Seltenheit. Obwohl das Fahrzeug sich noch in einem guten Gesamtzustand präsentiert, zeigt das Herz des Brummis mit der Zeit aber doch gewisse Schwächen. Hier bietet sich dem Unternehmer die Möglichkeit, auf einen Original-Tauschmotor oder einen werkinstandgesetzten Motor von Mercedes-Benz zurückzugreifen. Insbesondere dann, wenn das Fahrzeug einen teuren Spezialaufbau und einen hohen Restwert besitzt, sind beide Alternativen eine attraktive wirtschaftliche Lösung.
Die Motorenaufbereitung im Werk Mannheim hat Tradition: Seit 1949 werden hier in großem Maßstab Nutzfahrzeugaggregate zerlegt, komplett überholt und wie neu an die Kunden zurückgeliefert. Heute sind es pro Jahr über 5 000 Stück. Für ihr 'zweites Leben' werden sie mit den gleichen Garantien wie bei Neuaggregaten ausgestattet. Nur sind sie erheblich billiger. Und wenn's eilt innerhalb von 24 Stunden zu haben. Willkommener Nebeneffekt: Das Recycling der Altmotoren ist ein löblicher Beitrag zum Umweltschutz.
Der Gedanke liegt nahe, dass man dort, wo man die Motoren baut, diese am besten auch instand setzt. Das Knowhow ist prinzipiell das gleiche, die Produktionstechnik ähnlich, die abschließenden Prüfverfahren müssen, wenn die instand gesetzten Aggregate gleichwertig sein sollen, identisch sein. Es kommen nur ein paar Arbeitsgänge hinzu. Was angeliefert wird, muss, egal ob alt, defekt oder gar als Brandschaden, in alle Einzelteile zerlegt, gewaschen und vermessen werden. Nach dem Motto 'das Gute ins Töpfchen und das Schlechte ins Kröpfchen' wird sortiert. Der Restschrott wird dem Rohstoffkreislauf wieder zugeführt. Brauchbares wird auf Maß gebracht. Ein paar Dichtungsringe und Ölfilter sind meist alles, was wirklich echter Müll ist und im 'Kröpfchen' landet. Anschließend wird das Aggregat am Band neu montiert und komplettiert. Am Ende bekommt der Motor eine frische Lackierung und ist damit fertig für das zweite Leben. Entweder geht er direkt zum Kunden oder er wandert ins zentrale Ersatzteillager in Germersheim, wo er auf Abruf parat steht.
'Die Basis zu unserem Geschäft sind Altaggregate, die wir über ein Pfandsystem von unseren Kunden zurücknehmen. Bezieht der Kunde ein Tauschaggregat über unsere Serviceorganisation, vergüten wir ihm die spätere Rückgabe seines Altaggregates mit einem Rücknahmewert, je nach Aggregat und Zustand' sagt Peter Bohn, Leiter der Tauschmotoren- und Kleinserienfertigung im Geschäftsbereich Lkw Europa/ Lateinamerika der DaimlerChrysler AG in Mannheim. 'Parallel dazu kaufen wir auch Altmotoren im freien Markt auf.'
Tauschmotor oder Werkinstandsetzung
Wenn das Herz des Brummis nicht mehr so recht will, bietet Mercedes-Benz grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Tauschmotor oder Werkinstandsetzung. Hinzu kommt der 24-Stunden-Schnellservice. Beim Tauschmotor werden nicht nur alle defekten und verschlissenen Teile ersetzt, sondern es werden auch alle mittlerweile aktuellen konstruktiven Veränderungen, Neuerungen und Verbesserungen integriert. Das Tauschaggregat erhält eine völlig neue Identität, erkennbar am Tausch-Typenschild. Mercedes-Benz gewährt dieselbe Garantie wie auf das Neuaggregat.
'Tauschen in der Werkstatt' als die teurere Variante lohnt sich vor allem, wenn es schnell gehen soll, weil dann das Tauschaggregat nur aus dem Regal genommen werden muss. Kompromisslose Qualität macht auch Sinn, wenn die Fahrzeuge noch eine lange Nutzungsdauer vor sich haben bzw. mit wertvollen Spezialaufbauten versehen sind.
Eine Alternative zum klassischen Tauschaggregat ist die Motoreninstandsetzung. Sie stellt die zeitwertgerechte Alternative für Fahrzeuge dar, die den Zenit ihrer Laufbahn bereits weit überschritten haben. Diese Variante ist allerdings mit einer gewissen Standzeit verbunden, in der das Aggregat zerlegt, begutachtet und generalüberholt wird. Lieferzeit und Kosten werden mit dem Kunden besprochen. Günstigstenfalls kostet der instand gesetzte Motor 60 Prozent vom Preis des Tauschaggregats. Ungünstigstenfalls wird die Instandsetzung bei einem ausgedehnten Motorschaden, wenn sehr viel getauscht werden muss, so teuer wie der Tauschmotor. Einen besonderen Service bietet DaimlerChrysler beim 6-Zylinder-Actros-Motor, dem OM 501. Hier besteht die Möglichkeit, einen 24-Stunden-Schnellservice in Anspruch zu nehmen und bei Bedarf den Motor von der Abgasstufe Euro 2 in die bessere Emmisionsklasse Euro 3 umbauen zu lassen. Beide Optionen werden mit einem Aufschlag von ca. 10 Prozent berechnet, können sich aber durch eine geringere Standzeit oder Vergünstigungen bei der Straßennutzungsgebühr leicht amortisieren.
Gleiche Qualitätsmaßstäbe wie bei der Neufertigung
In der Motoreninstandsetzung in Mannheim arbeiten derzeit knapp 200 Mitarbeiter. Sie beschäftigen sich mit über 2700 Motorvarianten und insgesamt 31 000 unterschiedlichen Teilen. Bei der Tauschmotorfertigung werden die sorgsam ausgewählten Teile den Qualitätsmaßstäben der Mercedes-Benz-Fertigung unterworfen, alle Verschleißteile wie Lagerbuchsen, Ventilführungen usw. werden ausgetauscht. Verschleißteile, wie Kolben, Laufbuchsen, Lager und Dichtungen, werden bei der Montage durch neue Originalteile ersetzt.
Die Motorenteile werden nach einheitlichem Standard aufgearbeitet, zum Teil auf den Werkzeugen der Erstfertigung, so dass wahlweise aufgearbeitete und Neuteile verbaut werden können.
Ein eigens entwickelter Turboladerprüfstand detektiert auch kleinste Qualitätsmängel. Nebenaggregate wie Einspritzpumpen und Anlasser werden vom Zulieferer überarbeitet.
Unabhängig vom tatsächlichen Verschleiß werden alle Lager einer Kurbelwelle konsequent nachgeschliffen. Nach einer neuen Auswuchtung hat die aufgearbeitete Kurbelwelle die Qualität eines Neuteiles. Die hunderstelmillimetergenaue Bearbeitung der Zylinderblöcke erfolgt auf den Transferstraßen der Serienfertigung. Dadurch kann ein Qualitätsniveau wie bei der Fertigung von Neuteilen garantiert werden. Mit der Reproduktion des originalen Zylinderdurchmessers hat der Tauschmotor exakt den gleichen Hubraum wie ein neues Aggregat.
Auch die Elektronik wird neu programmiert
Bei der individuellen Programmierung des Steuergeräts am Ende der Tauschfertigung wird dem Tauschmotor neues Leben 'eingehaucht'. Der große Unterschied zu anderen Instandsetzern ist, dass die Monteure in Mannheim vollen Zugriff auf die Elektronik der Motorsteuerung haben. Unabhängige Instandsetzer haben das im Normalfall nicht. Dort werden die Motoren ohne Elektronik ausgeliefert. Die Folge: erst nach dem Einbau des Motors ins Fahrzeug kann beurteilt werden, ob er fehlerfrei läuft und ob er auch tatsächlich seine Leistung bringt.
Seit 10 Jahren Motoren der Baureihen 500 und 900
Tauschmotoren gibt es derzeit für die Baureihen 500, 900, 457, 300 und 400. Ebenso werden Motoren dieser Baureihen aufbereitet. Die V-Motoren der schweren Baureihe 500 haben sich über die Jahre bewährt und tragen heute entscheidend zum erstklassigen Ruf und Erfolg des Mercedes-Benz Actros bei.
Sie dienen außerdem als Topmotorisierung in hochwertigen Reisebussen, zum Beispiel im Travego. Sie stehen aber auch bei rustikaleren Einsätzen wie in Mähdreschern 'ihren Mann'.
Motoren der Baureihe 900 sorgen im Atego, Vario, Midibus Cito, Stadtbus Citaro und Unimog für Vortrieb. Die Motoren der Reihe 457 werden im Axor und Citaro eingesetzt. Insbesondere die Baureihen 500 und 900 setzten seit ihrem ersten Auftritt vor genau zehn Jahren in puncto Technik und Wirtschaftlichkeit Maßstäbe. Sie stehen für niedrigen Kraftstoffverbrauch, unübertroffen lange Wartungsintervalle und hervorragende Langlebigkeit.
Die in der Serienfertigung bereits ausgelaufene alte Baureihe 300 trieb den Unimog und die Leichte Klasse (LK), heute Atego. Die Baureihe 400 wurde im Vorgänger des Actros, der Schweren Klasse (SK) verwendet. Auch diese Motoren werden zum größten Teil noch auf den originalen Fertigungseinrichtungen aufgearbeitet. Sie stehen dann beispielsweise auch Oldtimer-Liebhabern des Unimog zur Verfügung.
Die ganze Meldung gibt es hier >>
Nachtrag:
Nach telefonischer Rückfrage bei –DaimlerChrysler-, Herrn R. Grammer (Ansprechpartner) fehlt in der Pressemitteilung die Benennung der Motorenbaureihe „Sprinter“.
Grüße von Helmer
Nostalgie/Geschichtliches über das "Motorenwerk Mannheim AG" gibt es hier >>
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