Differentialsperre Hinterachse W906 4x4

Mercedes Sprinter 2 (Typ NCV3, Baumuster W906) & VW Crafter 1 - ab 2006 bis 2017 bzw. 2018
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Thias
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Re: Differentialsperre Hinterachse W906 4x4

#46 

Beitrag von Thias »

Mopedfahrer hat geschrieben: 21 Aug 2026 10:18
Thias hat geschrieben: 21 Aug 2026 07:15 Es gibt ein Video von Taubenreuther, da wird das beim 907 vorgeführt, aber leider nicht ganz erklärt, aber die Wirkung gut gezeigt. https://youtu.be/EG_a5dVR9vU?si=UM40WocBTwYLrcJ2&t=854
Servus Thias,

das Video ist echt interessant. Mich würde mal der selbe Test nur mit dem 4ETS interessieren. Wie würde sich dieses System an der selben kleinen Auffahrt verhalten?

Und einen Nachteil hat eine Sperre auf jeden Fall: der Test fand ja in einer Situation statt, wo der Fahrer eine Rampe gerade hinaufgefeharen ist. Ganz klar, in so einer Situation ist so eine Sperre genial.

Geht es aber darum, so eine Auffahrt auch um eine Kurve oder enge Kehre zu fahren, sieht es aber meiner Meinung nach etwas anders aus.
Durch die starre Verbindung der beiden Räder bei eingelegter Sperre muss die Achse bei Kurvenfahrten extreme Kräfte verarbeiten. Auf Schotter oder Sand wahrscheinlich kein Problem. Aber bei einem gemischten Untergrund (Teer, fester Schotter, Sand) sieht das schon anders aus.

Hier würde ich sagen, ohne eigene Erfahrung, dass das 4ETS materialschonender unterwegs ist.
Ich denke der 4x4 907 hat 4ETS. Das ist genau das Problem: Es wurde nur kurz Gas gegeben, das Rad hat sich aber kaum länger als 1-2 s durchgedreht, Damit das 4ETS anspringt braucht es aber 2-3s.

Ja, das gilt natürlich für jede mechanische Sperre, nur einlegen wenn notwendig, auf keinen Fall auf Asphalt und mit großer Vorsicht in Spitzkehren, nur mit viel Schotter. Der große Vorteil: 95% der Offroadpisten kann man problemlos ohne nachzudenken mit 4ETS fahren (wo mech. Sperrenfahrer schon immer ein- und ausschalten müssen) und nur bei ganz schwierigen Passagen kommt die Sperre rein.
Der 4x4 907 mit Sperre hat da also eine große Bandbreite, auf die er sich anpassen kann. Er kommt also schon mal weiter als Sperrenfahrer, die sich noch nicht trauen die einzuschalten, oder materialschonender als die die schnell eine Sperre einschalten, erst im Ernstfall kommt die rein.
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Re: Differentialsperre Hinterachse W906 4x4

#47 

Beitrag von farnham »

Thias hat geschrieben: 21 Aug 2026 11:10 Ja, das gilt natürlich für jede mechanische Sperre, nur einlegen wenn notwendig, auf keinen Fall auf Asphalt und mit großer Vorsicht in Spitzkehren, nur mit viel Schotter.
Die allermeisten Geländewagen-Diffs halten auch mal eine Kurve mit Sperre (Mitte und/oder hinten) auf Asphalt aus. Das fühlt sich nicht schön an, und du merkst sofort, was du vergessen hast, wenn die Kiste plötzlich im Känguru-Modus um die Kurve hüpft.

Was hingegen wirklich tödlich ist, selbst bei den robustesten Autos: Radschlupf, der schlagartig gebremst wird. Sprich: du hast nicht gesperrt, das in der Luft hängende Rad hat hunderte RPM, und plötzlich bekommt es hart Grip. Im besten Fall bricht dabei die Antriebswelle (oder deren Verzahnung), im schlimmsten gibt es Zahnsalat im Diff, besonders gern vorne.

Leider ist genau das die Funktionsweise der elektronischen Sperren: erst durchdrehen und dann hart in die Eisen. Ich weiß nicht, ob das Bremse genauso hart zubeißt wie schlagartige, griffige Felsberührung, aber auf Dauer ist das sicher auch nicht gesund. Das Ami-Forum ist voll mit Geheule über ausgenudelte Verzahnungen der Antriebswellen - ich würde das mal genau darauf zurückführen.
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Re: Differentialsperre Hinterachse W906 4x4

#48 

Beitrag von OM18 »

farnham hat geschrieben: 21 Aug 2026 13:44 ....
Was hingegen wirklich tödlich ist, selbst bei den robustesten Autos: Radschlupf, der schlagartig gebremst wird. Sprich: du hast nicht gesperrt, das in der Luft hängende Rad hat hunderte RPM, und plötzlich bekommt es hart Grip. Im besten Fall bricht dabei die Antriebswelle (oder deren Verzahnung), im schlimmsten gibt es Zahnsalat im Diff, besonders gern vorne.
....
Vorne zerbröselt es eher den Kugelkäfig...Gott sei Dank 😏viewtopic.php?p=354620#p354620

Ciao
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Lucs Hymer GCS 4x4 316 von 2017...und das übliche Gedöns: BFG KO2 (war mal, nun Kumho) auf Dotz, Lokaris, LiFePo, von vorne bis hinten einiges an Armaflex verklebt, Solar und dies und das gebastelt, verbessert und behoben und niemals fertig
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Re: Differentialsperre Hinterachse W906 4x4

#49 

Beitrag von Thias »

Thias hat geschrieben: 21 Aug 2026 10:53
Schaubi hat geschrieben: 21 Aug 2026 07:25 ...Und Du schreibst“ kein seitliches ausbrechen mehr“ . Da ist mit Hecksperre genau das Gegenteil der Fall, das Heck bricht leichter aus.
Du kannst das leicht selber probieren auf einer nassen Wiese die seitlich etwas abschüßig ist. Einmal ohne Sperre und einmal mit.
...
Zum Ausbrechen: Das stimmt, es gilt natürlich nur so lange beide Räder an der Hinterachse nicht durchdrehen. Das soll ja genau die Sperre bewirken. Wenn beide durchdrehen geht das Drehmoment an die Vorderachse, drehen die auch durch... ist es eh zu spät, dann braucht man Sandbleche... Winde... einen Abschlepper...
In der Praxis habe ich aber die Erfahrung gemacht, wenn hinten ein Rad in einer Verschränkung durchdreht, zieht es das andere mit hangabwärts. Ich werde wahrscheinlich heute noch auf meinem YouTube-Kanal ein Video mit Offroaderfahrungen in Albanien veröffentlichen. Da ist eine Szene dabei, wo man das genau sieht.
Hier der Link: https://youtu.be/wLx2BYj2e60?si=f9p34ZrNMwTmM9B1&t=1240
Das rechte Hinterrad dreht bei der Verschränkung durch, das linke stehende rutscht bergab. So eine Situation hatte ich auch mal in den WestAlpen, das war aber nicht lustig, denn da ging es schlammig steil ein paar hundert Meter runter. Der Hintern stand also zum Abhang und vorwärts ging nicht...Mit Sperre wäre es wahrscheinlich nicht zum Durchdrehen gekommen.
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