ich habe das Wochenende damit verbracht, in unserem Sprinter eine Standheizung einzubauen. Es handelt sich dabei um die Autoterm Air 2D (ehemals Planar 2D). Die Planung des Ausbaus sieht so aus, dass wir die Standheizung bei unserem Mixto unter der 2. Sitzreihe am Fenster installieren möchten. Vorerst war der Plan, sie unter dem Fahrersitz zu installieren, aber dann hätten wir einen Warmluftschlauch von da vorn nach hinten verlegen müssen. Dieser hätte im Fußraum der 2. Sitzreihe gestört. Deshalb ist sie eine Reihe nach hinten gewandert. Da stört sie nicht und sie ist auch noch unmittelbar in Tanknähe. Da ich diese Einbauposition im Mixto noch nicht gesehen habe, dachte ich mir, diese mal zu teilen.
Bild 1:
So sieht der Ausschnitt von oben aus. Die Maße kann ich gerne nochmal abnehmen und nachreichen. Diese haben wir so gewählt, dass wir unten nahe des Schwellers sind. Wir setzen (wie zu sehen) einen Einbauflansch ein.

Bild 2:
Zum Schweller hin habe ich noch ca. 10 mm Platz. Den Ausschnitt sollte man ordentlich entgraten und natürlich vor Rost schützen. Hier kam Brantho-Korrux zum Einsatz. Den Unterbodenschutz am Rand habe ich auch auf einer Breite von knapp 5 mm auch zuvor entfernt. Den Ausschnitt habe ich mit einem Multitool erstellt. Das Blatt der Stichsäge war zu kurz

Bild 3:
Der Flansch sitzt gut und hat auch etwas Luft.

Bild 4:
Den Spalt habe ich mit Sikaflex ausgefüllt und glatt gestrichen.

Bild 5:
Von unten genau das gleiche.

Bild 6:
Hier mal ein Querschnittsbild unseres Bodens. Auf dem Blech ist eine Lattung aufgeklebt. Dazwischen wurde 19 mm Armaflex verklebt. So kommen wir auf einen "Stehhöhenverlust" von ca. 25 mm. Auf dem Bild stehen 26 mm, aber der Holzboden ist mit der Verlattung verschraubt und der Spalt dazwischen ist natürlich nicht vorhanden. Wir haben den originalen Laderaumboden wieder verwendet. Der war noch in Ordnung und bekommt eh noch einen Bodenbelag.

Bild 7:
Weitere Vorbereitungen: Einnietmutter im Längsträger und in einer Querstrebe eingezogen für den Anschluss von Schalldämpfer und Ansaugrohr.

Bild 8:
Als nächstes wurde der Tank ausgebaut. Dafür muss der Tankeinfüllstutzen vom Fahrzeug gelöst werden. Um an diese eine Schraube heranzukommen, muss vorher die Verkleidung um den Einfüllstutzen entfernt werden. Dann gibt es unten an der vorderen Seite des Tanks die Kraftstoffleitungen für den Vor- und Rücklauf. Diese lassen sich einfach ohne Werkzeug über einen Klickverschluss trennen. Daneben ist der Stecker für die Entnahmeeinheit. Dieser kann ebenfalls ohne Werkzeug einfach getrennt werden. Beim Ablassen des Tanks gibt es dann noch eine Masseleitung, die hoch zum Tankeinfüllstutzen geht. Diese kann man gut lösen, wenn der Tank halb abgelassen ist. Alles keine große Sache. Den Tank haben wir mit einem Hubwagen zunächst abgelassen und dann von den Gabeln auf den Boden geschoben. Das geht alles ohne Hebebühne oder Grube!

Bild 9:
Einzig und allein der Bordwagenheber ist sinnvoll, um noch die letzten Centimeter Höhe herauszuholen. Das Problem ist nämlich ohne Grube oder Bühne: Der Ansaugstutzen! Das heißt unter dem Auto muss der Tank soweit zur Seite zum Stutzen hin gekippt werden, bis der Stutzen unter dem Fahrzeug hindurchpasst. Dann den gekippten Tank vorschieben bis der Stutzen frei ist. Dabei aufpassen und den Stutzen nach Möglichkeit nicht belasten/verbiegen.

Bild 10:
Zum Lösen der großen Überwurfmutter habe ich mir ein Spezialwerkzeug gebaut

Bild 11:
Mein Helfer hat geflucht. Und zwar genau deshalb: Der Tank war voll

Bild 12:
Das ist die Entnahmeeinheit.

Bild 13:
Mit einer Taschenlampe habe ich den Ort gesucht, wo der Tankentnehmer eingebaut werden kann. Die Stelle dann einfach markieren.

Bild 14:
Alles vor Spänen geschützt.

Bild 15:
Loch gebohrt, entgratet und mal Probe gesteckt. Passt alles.

Bild 16:
Entnahmerohr zurechtgebogen und die Stelle zum Absägen markiert. Drückt dabei den Tankentnehmer vorher auf jeden Fall zusammen, damit die Länge stimmt! Ihr erkennt an den Rundführungen und den Ablagerungen darauf, wie weit ihr zusammendrücken müsst. Es sind ca. 3 cm. Das Entnahmerohr habe ich in diese Klemmung außen am Becher gesteckt.

Bild 17:
Im 45° Winkel das Entnahmerohr auf Länge gesägt ...

Bild 18:
... und entgratet.

Bild 19:
Einbausituartion nachgestellt und geprüft: Passt alles!

Bild 20:
Das Gewinde habe ich mit Loctite abgedichtet. Achtung: Ich habe erst nach dem ersten Zusammenschrauben gemerkt, dass die Dichtung für den Tankentnehmer außen angebracht wird und nicht innen. Die Fotos zeigen also alle noch den vorherigen Zustand. Auf Bild 15 sieht man es gut. Da habe ich die Dichtung noch innen angebracht. Das ist so nicht vorgesehen. Macht es richtig und tauscht es gleich.

Bild 21:
Das Zusammenbauen ist eigentlich auch ziemlich simpel. An der Entnahmeeinheit gibt es eine Nase, die in die entsprechende Aussparung am Tank gesteckt werden muss. Es passt auch nur so zusammen.

Bild 22:
Achtet auf den korrekten Sitz der Dichtung zwischen Tank und Entnahmeeinheit. Drückt die Entnahmeeinheit beim Zusammenschrauben satt auf die Dichtung und haltet die Vorspannung aufrecht, bis es verschraubt ist. Kontrolliert dann nochmal den Sitz der Dichtung.

Bild 23:
Die Überwurfmutter wir dann wieder mit dem "Spezialwerkzeug" angezogen. Und zwar soweit, bis die Markierungen auf Mutter und Tank wieder aufeinander zeigen. Achtung: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um das Kabel für die Magnetpumpe zu verlegen! Ich bin durch die Gummitülle unter dem Fahrersitz nach unten gegangen. Diese kann man unten öffnen (Kabelbinder durchschneiden) und nachher wieder verschließen (neuen Kabelbinder einsetzen). Ich habe das Kabel dann am Kabelbaum, welcher am Längsträger neben den Bremsleitungen nach hinten geht, mit Kabelbindern befestigt. So gut wie mit ausgebautem Tank kommt ihr nicht mehr an diese Gummitülle unter dem Fahrersitz! Als das alles saß, habe ich den Tank wieder eingebaut.

Bild 24:
Hier mal ein Bild von der Verlegung des Abgasrohrs inkl. Schalldämpfer. Mir gefällt es noch nicht ganz, dass der Schlauch zwischen Standheizung und Schalldämpfer noch diesen Knick nach unten macht. Es sollte eigentlich alles nur "absteigend" montiert sein. Ich werde das nochmal nachbessern. Im Schalldämpfer ist unten in der Mitte auch eine 5 mm Bohrung für den Abfluss des Kondenswassers.

Bild 25:
Ein Blick in den Flansch von unten. Es ist alles ziemlich eng, geht aber dennoch überraschend gut.

Bild 26:
Hier der Ansaugschlauch, die Kraftstoffpumpe und der Kraftstofffilter. Die Magnetpumpe ist an einem selbstgebauten Winkel angebracht. Dieser Winkel wird mit an der Schraube befestigt, die auch das Tankband am Rahmen fixiert.

Bild 27:
Die Kraftstoffzuführung habe ich mit einem Bremsenentlüftungskit "entlüftet". Also den Kraftstoff damit schon aus dem Tank durch den Filter und die Pumpe angesaugt und dann an die Standheizung angeschlossen.

Das wars auch schon. Eigentlich keine große Sache, aber dennoch tagesfüllend. Standheizung läuft problemlos und es ist endlich warm im Auto
Viel Erfolg für alle, die es noch machen.
Tschüss,
Tarek











