Was macht ein Reisemobil eigentlich autark?

Alle Themen rund ums Reisemobil und um deren Ausbau
Antworten
Canadier
Lernt noch alles kennen
Lernt noch alles kennen
Beiträge: 15
Registriert: 08 Jun 2026 15:11
Wohnort: bei Cottbus
Kontaktdaten:

Re: Was macht ein Reisemobil eigentlich autark?

#256 

Beitrag von Canadier »

farnham hat geschrieben: 28 Aug 2026 17:17
Nö, ich will unterwegs nicht anders leben, denn dass hieße ja, dass ich zu Hause falsch lebe. Dann würd' ich das doch zu Hause ändern und nicht unterwegs. Keinerlei Verständnis für Minimalisierungs-Verzicht-Bullerbü-Gedöns hier ;)
Jeder soll doch reisen wie er will. Wer legt denn fest, was dabei richtig oder falsch ist?
Ich habe in meinem Haus ne Dusche, ne Badewanne und zwei Kloschüsseln. Die muss ich nicht mitnehmen. Hat nix mit Bullerbü zu tun.
Sprinter 316 4x4 - z.Z. noch T4 Syncro LR
horrocksclemens
Ganz neu hier
Ganz neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 29 Aug 2026 20:19

Re: Was macht ein Reisemobil eigentlich autark?

#257 

Beitrag von horrocksclemens »

Ich würde den Begriff nicht an einer festen Ausstattung festmachen. Ein Reisemobil ist für mich dann autark, wenn die geplante Standzeit ohne Stromsäule, Wasserhahn und Sanitäranlage realistisch überbrückt werden kann. Dafür sind drei getrennte Reserven entscheidend: Strom, Frischwasser und die Möglichkeit zur Entsorgung. Eine große Batterie löst zum Beispiel kein Wasser- oder Entsorgungsproblem. Sinnvoller ist es, zuerst die gewünschte Standzeit und den tatsächlichen Tagesverbrauch festzulegen und die Technik danach auszulegen. So bleibt auch die Zuladung im Blick und man bezahlt nicht für Kapazität, die man unterwegs kaum nutzt.
walkman
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 340
Registriert: 10 Nov 2025 10:31

Re: Was macht ein Reisemobil eigentlich autark?

#258 

Beitrag von walkman »

Vielleicht hilft es der Diskussion ja, wenn wir das Thema vom anderen Extrem aus betrachten:

"Autark" sein heißt für mich, dass ich kein Problem bekomme, wenn es irgendetwas bestimmtes, am nächsten Zielort nicht gibt, oder wenn es dort einfach absolut gar nichts gibt, außer einen Platz zum Stehen und Pennen.

Das heißt nicht, dass ich genau danach suche, wir gehen auch gerne und oft lokal essen und fahren lieber offizielle Stellplätze an, als nachts geweckt zu werden, weil jemand uns irgendwo nicht haben will. Aber wir könnten, wenn wir wollten, auch ohne externe Notwendigkeiten längere Zeit irgendwo sein.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor walkman für den Beitrag:
v-dulli (31 Aug 2026 13:33)
Hymer GCS 700 4x4 aus Bj 2025
mpetrus
Fast schon Admin
Fast schon Admin
Beiträge: 1014
Registriert: 01 Mär 2018 13:34

Re: Was macht ein Reisemobil eigentlich autark?

#259 

Beitrag von mpetrus »

Zum Thema einsame Plätze fällt mir das hier ein.

Wir waren zur Sonnenfinsternis in Santander.
Eigentlich wollten wir hier stehen.
https://maps.app.goo.gl/NA3WCdDnJNny9ywU7

Aber weil da schon die "Freisteher" wie die Ameisen gestanden haben, haben wir uns hier hin (Luftlinie 500m) gestellt.
https://maps.app.goo.gl/D7ZrXq895bNrECg77

Dort standen wir dann allein und konnten das Ereignis incl. ruhiger Nacht erleben.
Gut wir haben nicht gespürt, wenn die Brandung 30m tiefer gegen die Felsen geschlagen ist.
Warum die Menschen das Kuschelcamping so lieben, entzieht sich meiner Kenntnis?

Wir haben auf unserer diesjährigen Reise, quer durch Frankreich, über die Pyrenäen, von/bis Santander und zurück, sehr viele offizielle Stellplätze gefunden, wo wir mit max. 2 fremde WoMo die Nacht geteilt haben. Alle waren kostenlos mit V/E, da hat sich das Thema "autark" für uns nicht einmal gestellt. Schöne Aussichten/Landschaften haben wir unterwegs genossen und wenn ein Nachbar in gebührender Entfernung steht, stört uns das auch nicht. Genauso wenn wir die in F so verbreiteten "Camping Car Park" Stellplätze angefahren sind. 15-16€/Nacht für eine ordentliche Infrastruktur sind uns auch das Wert.

Was für mich am aller schlimmsten war:
Das "parken" der WoMo auf den V/E Stellen um gaaanz gemütlich, mit einer Seelenruhe, zu beobachten wie der letzte Tropfen den Abwassertank verlassen hat und dann per Gießkanne den Frischwassertank zu befüllen. Ein Schlauch zu benutzen fällt den Insassen teilweise nicht ein. Auch das die Beifahrerin ihren Teil (Hilfe) zur V/E beitragen kann, ist wohl nicht möglich. Die sitzt auf dem Beifahrersitz und schaut gemütlich zu wie der Mann ums WoMo rennt und Toilette, Abwasser entsorgt und das Frischwasser auffüllt. Teilweise wird auch noch Navi programmiert oder die Heckgarage aufgeräumt. Wir haben das ganz extrem in Santander auf dem offiziellen Stellplatz erlebt, da waren 8 Fahrzeuge in der Warteschlange und ein Depp nach dem anderen hat die V/E blockiert. Wir sind da mit vollem Abwasser und Toilette zum nächsten SP gefahren, weil es dort ja auch eine V/E gab.

Meiner Meinung nach müsste nicht das Wasser pro Menge, sondern die Standzeit auf der V/E Geld kosten. Schranke auf ab 5 min. kostet es dann 5€/min., dann können sich die Deppen plötzlich ganz schon beeilen.
Grüße Michael
Hymer ML-T 560 (4x4) auf Sprinter 319, 3l V6 und 5 Gg Automatik, Bj 2018
Canadier
Lernt noch alles kennen
Lernt noch alles kennen
Beiträge: 15
Registriert: 08 Jun 2026 15:11
Wohnort: bei Cottbus
Kontaktdaten:

Re: Was macht ein Reisemobil eigentlich autark?

#260 

Beitrag von Canadier »

Übernachten:
Hängt ganz stark vom Reiseland ab. In Kroatien oder an der Ostseeküste denke ich nicht übers Freistehen nach, während das in Russland, Usbekistan oder Iran (z.Z. eher nicht möglich) das Normalste der Welt ist. Dem entsprechend sind auch die Lebensmittel an Bord. Wo die Infrastruktur eher dünn ist, wird natürlich mehr eingepackt, als in Ländern, in denen ich jeden 2. oder 3. Tag gute Einkaufsmöglichkeiten habe.
Sprinter 316 4x4 - z.Z. noch T4 Syncro LR
Antworten