Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

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Styxi
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Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#1 

Beitrag von Styxi »

 Themenstarter

Hallo alle zusammen,

Verfolge dieses Forum seit Jahren mit stiller Leidenschaft und komme heute direkt mit einer sehr speziellen Frage zu euch. Wir bauen gerade einen RTW 2012 316 CDI um und würden die vorhandene Heizung im Wohnbereich gerne umfunktionieren. Das ganze System ist im Kühlkreislauf des Motors integriert, sodass ab einer bestimmten Temperatur ein magnetventil den Kreislauf erweitert und somit heißes Kühlwasser durch einen Wärmetauscher schickt. Dieser wurde mit einem Gebläse kombiniert. Unten hängt sogar noch eine Webasto als Zusatzheizung im Kreislauf.

Da wir anders heizen werden (auch unabhängig vom Motor) würden wir die Abwärme gerne in einem Boiler speichern und das warme Wasser nutzen. Meine Frage ist nun, da ja alles quasi perfekt vorbereitet ist: kann ich den Wärmetauscher der ja eigentlich für Luft geeignet ist auch einfach ins Wasser tauchen und damit Wasser anstatt Luft erwärmen? Dicht sollte er ja sein. Er ist aus Kupfer und alu gefertigt.

Freue mich über eure Ideen und Anmerkungen.
Grüzi aus Köln
Capa
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Re: Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#2 

Beitrag von Capa »

Den Wärmetauscher könntest du ins Wasser tauchen, hält aber nicht lang, da alleine die Spannungsreihe Kupfer/Alu reicht um ihn im Wasser aufzulösen. Prinzipiell könnte man aber einen geeigneten Wasser/Wasserwärmetauscher in entsprechender Größe nutzen.
Dabei gilt aber auch zu bedenken, das man auf beiden Seiten eine Zirkulationspumpe braucht, sonst hat man keinen vernünftigen Wärmeübergang...
2018er 906 316 4x4 - festfahren wo andere gar nicht hinkommen :lol:
Styxi
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Re: Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#3 

Beitrag von Styxi »

 Themenstarter

Danke dir Capa für die Infos. Daran hatte ich auch schon gedacht… also einfach eine Spirale aus Kupfer oder Edelstahl nutzen und damit einen Boiler bauen. Zum konstruieren und fertigen muss der Wärmetauscher ja eh ab. Wisst ihr wie ich den Kühlwasserkreislauf danach am besten entlüfte?
farnham
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Re: Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#4 

Beitrag von farnham »

Styxi hat geschrieben: 10 Jul 2024 12:23 Da wir anders heizen werden ...
Das würde ich an Deiner Stelle unbedingt noch einmal überdenken.

Luft-Wärmetauscher vorhanden, Motoreinbindung vorhanden, sogar die Wasserstandheizung ist schon da. Was fehlt, ist ein Boiler mit integriertem Wärmetauscher (z.B. Elgena oder Isotemp), den Du einfach direkt zwischen Ausgang der STH und dem Eingang des jetzigen Gebläsewärmetauscher schalten kannst. Warmes Wasser hast Du dann entweder vom Fahren oder durch Standheizungsbetrieb. Ein kleines Bypass-Ventil kann im Sommer dafür sorgen, dass es im Innenraum kalt bleibt und du trotzdem Warmwasser hast.

Bei Bedarf kannst Du den Gebläsewärmetauscher auch noch durch billigste Radiatoren, z.B. von Alde, und sogar um eine Fussbodenheizung ergänzen/ersetzen. Du hast dann den Komfort, den sich der Oberklasse-Wohnmobilkäufer (Liner etc.) schnell zehntausende EUR an Aufpreis kosten lässt - nicht ohne Grund.

Mit jeglicher Art von Luftheizung wirst du diese gleichmäßige und vor allem geräuscharme Wärme niemals erreichen.
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Steffen G.
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Re: Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#5 

Beitrag von Steffen G. »

Bei meinem RTW wag genau das Selbe verbaut. Ich habs übrigens komplett ausgebaut, incl. der Standheizung. Das war alles schon so angerostet, das ich mir sorgen darum gemacht habe, das es irgendwo undicht wird, und damit dann mein Motorkühlkreislauf ausläuft.

Das Ganze könte funktionieren, du musst dir nur einen ausreichend großen Tank besorgen, denn es sollte ja kein Durchlauferhitzer werden? Das Thema Elektrochemische Korrosion wurde ja schon angesprochen, darauf würde ich zwingend achten. Auch bedarf es meiner Meinung nach nicht eines so aufwendigen Wärmetauschers, die Wärmeaufnahme von Wasser ist ja viel besser als die von Luft, so das hier eine kurze Heizwendel, oder auch nur ein "U" ausreicht um das Wasser zu erhitzen. Auch speilt die Zeit ja für dich, da du wohl länger fahren wirst und somit das Wasser genug Zeit hat um ausreichend warm zu werden. Aber Achtung, das Kühlwasser kann sehr heiß werden (80-100°C) da es ja unter Druck steht und somit der Siedepunkt nach oben verschoben wird. Dein Brauchwasser kann dann ähnliche Temperaturen bekommen. Da brauchst du zwingend einen Verbrühschutz.

Hast du das Ganze eher als eine Art Durchlauferhitzer geplant, welcher das Wasser direkt beim Verbrauch erhitz, so empfehle ich dir einen Plattenwärmetauscher zu verwenden. Diesen dann im Gegenstromprinzip verbaut, sollte für eine Erwärmung auf Duschtemperatur ausreichen. Hierzu kann ich dir das Video von "The SunnySide" empfehlen.
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Re: Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#6 

Beitrag von Styxi »

 Themenstarter

Vielen Dank euch für die super Anregungen!

Als Durchlauferhitzer soll das System nicht funktionieren. Wir wollen eher die Abwärme der Fahrt im Boiler speichern um dann warmes Wasser für die darauffolgenden Stunden zu haben - also wenn wir wieder stehen.

Thema Verbrühschutz kann ich nicht einschätzen… der Boiler soll normal gedämmt werden und wird daher von außen nicht berührbar sein. Der Boiler soll aus Platzgründen nicht zu groß ausfallen - max. 20 Liter.

Ich denke als Wärmetauscher wird wie Steffen sagte, eine einfache Konstruktion als Tauchvorrichtung reichen, vermutlich aus Kupfer oder Edelstahl.

Ich werde die Tage mir den Kreislauf unter dem Auto nochmal genauer anschauen und euch mal eine Skizze zeichnen wie es im Detail aussieht. Rost konnte ich bisher nicht erkennen, ich glaube der Zustand ist passabel.

Danke auch an farnham für die Einschätzung. Bei uns sind die hinzukommenden Investitionen eher ein Thema. Wir haben uns letztendlich gegen die vorhandene Heizung entschieden, da wir zu Standzeiten mit vorhandener Heizung den ganzen Kühlwasserkreislauf und Motor aufheizen würden und somit sehr viel Energie verlieren. Diese Vermutung hab ich allerdings nicht nicht final überprüft - kommt dann hoffentlich mit der Skizze! Hat da vllt jemand Erfahrungen @Steffen vllt?

Vielen Dank euch nochmal!
farnham
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Re: Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#7 

Beitrag von farnham »

Styxi hat geschrieben: 10 Jul 2024 14:05 Danke auch an farnham für die Einschätzung. Bei uns sind die hinzukommenden Investitionen eher ein Thema. Wir haben uns letztendlich gegen die vorhandene Heizung entschieden, da wir zu Standzeiten mit vorhandener Heizung den ganzen Kühlwasserkreislauf und Motor aufheizen würden und somit sehr viel Energie verlieren.
Das Problem lässt sich ja durch zwei Ventile und ein Stück Schlauch für Dreieurofuffig lösen. In der Zeit sägst Du nicht mal das Loch für eine neue Heizung in die Bodenplatte. Bei entsprechender Neigung darf die Lösung natürlich auch beliebig komplizerter werden, z.B. mit Magnetventilen etc.. Der Boiler mit integriertem Wärmetauscher wiederum kostet weniger, als eine gescheite neue Standheizung.

Davon abgesehen ist es komplette Energieverschwendung, über den Energiebedarf zum Heizen eines (Reise-)Fahrzeugs auch nur nachzudenken. Der ist hinter dem Energiebedarf zum Fahren einfach komplett vernachlässigbar.

Fürs Gefühl der Größenordnungen: Ich habe meinen Sprinter im Winter beim Ausbau um die 70 Tage lang dauerbeheizt, sicher auch öfters mit unvermeidlich offener Schiebetür und auch bei knackig kaltem Wetter. Das Fahrzeug habe ich im Herbst mit vollem Tank abgestellt und im nachfolgenden Frühjahr habe ich 40 Liter bis voll nachgetankt, inklusive der Fahrt von zweimal 20km von/zur Tankstelle. Macht um einen halben Liter pro Tag. Den halben Liter Diesel verbrennst Du schon auf der Anfahrt zur ersten Übernachtung durch einen leicht unsensiblen Gasfuß in weniger als einer Stunde.
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Re: Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#8 

Beitrag von Steffen G. »

Styxi hat geschrieben: 10 Jul 2024 14:05 Thema Verbrühschutz kann ich nicht einschätzen… der Boiler soll normal gedämmt werden und wird daher von außen nicht berührbar sein. Der Boiler soll aus Platzgründen nicht zu groß ausfallen - max. 20 Liter.
Hiermit meine ich ne das Berühren des Boilers, dieser sollte eh ein wenig gedämmt sein, ansonsten heizt du bei JEDER Fahrt den Inneraum auf, auch im Sommer.
Ich meine viel mehr das gezapfte Duschwasser, welches ja bis zu 90°C haben kann. Dies ist einerseits nicht schlecht, da du so mit kleinerem Boiler mehr warmes Wasser erzeugen kannst. Aber es kann eben je nach Einstellung des Zapfhahnes eben auch nur heißes Wasser kommen. Hierzu gibt es spezielle Ventile, welches das heiße Wasser mit Kaltem Wasser mischen, und so für eine maximale Temperatur sorgen, welche dann am Warmwasserhahn ankommt.

Nur mal als Richtgröße für den Boiler. Ich habe den 5l-Boiler von Elgena verbaut. Dieser heizt bis auf max. 80°C auf. Hiermit können wir dann rund 20l Duschwasser erzeugen. Allerdings sollte man darauf Hinweisen, das mit zapfen des warmen Wassers, kaltes Wasser in den Boiler einläuft. Der Aufbau des Elgena-Boilers ist zwar so, das es nicht so schnell zu einer Vermischung kommt, aber ganz verhindert werden kann dies nicht. Wenn mann also in Stößen duscht, um beim einseifen, Wasser zu sparen, wird es mit jedem Stoß etwas kühler, und man muss an der Mischbatterie nachregeln. Wenn man das Wasser durchlaufen lässt ist dieses Verhalten nicht ganz so ausgeprägt.

Ich würde dir auch einen Elgena-Boiler empfehlen, diesen gibt es auch in einer Ausführung mit Wärmetauscher für den Motorkühlkreislauf.
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Re: Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#9 

Beitrag von f54 »

sprich mal user tschoeki an. er hat das so gelöst.
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Biete: fast komplette Dachklima für den 906
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Re: Wärmetauscher einer Warmwasserheizung für Boiler nutzen - geht das?

#10 

Beitrag von Styxi »

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Danke euch allen.

@F54, tschoeki habe ich kontaktiert und stehe schon im Austausch - vielen Dank für den Tipp!

Ich würde gerne einen 24L Wiltec Ausdehnungsgefäß umbauen (ich kann leider keinen Link einfügen, bin zu neu :D)

Etwas vergleichbares würde ich gerne umbauen und am Flansch mit einer einfachen Heizschlaufe verbinden/ verschweißen. Dann wird von der vorhandenen Öffnung befüllt und von der andere Seite mit einer weiteren, neuen Öffnung entnommen. Die Heizschlaufe läuft dann ganz unabhängig durch und kann eine beliebige Form haben - muss ich hier nicht auch die Leistung beachten je nachdem wie groß die Fläche ist? Wenn ich davon ausgehe dass das Kühlwasser Betriebstemperatur hat, kann man das bestimmt errechnen?! Oder je mehr desto besser? Dann wird nur der Motor nicht mehr so schnell warm - dafür gibt es wiederum das magnetventil was erst bei betriebstemperatur zuschaltet… naja ich denke nur laut :D
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f54 (11 Jul 2024 14:26)
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