Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Mercedes Sprinter 3 (Typ VS30, Baumuster W907/W910) - ab 2018
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Alligator
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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von Alligator »

Hi, meiner ist wieder da und fährt. Alles neu bis auf Lima und Klimakompressor.
Hoffentlich bleibt es so.

Gruß
gcsmicha
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Re: Wasserschlag beim OM651 und OM642 durch im Ladeluftkühler gesammeltes Kondensat möglich

Beitrag von gcsmicha »

Vanagaudi hat geschrieben: 16 Dez 2021 12:47 Zu diesem Thema habe ich eine Information beim NHTSA gefunden.

Das zunächst bemerkte Problem ist ein unregelmäßiger Lauf des Motors, auch die Motorkontrollleuchte kann aufleuchten. Als Fehlercodes können Steuergerätemeldungen bezüglich der Einspritzdüsen oder Fehlzündungen auftreten. Beim OM642 betrifft dies Zylinder 6, beim OM651 Zylinder 2. Folgende Fehlercodes können auftreten: P3004DA, P026685, P310179, P3100F9, P3004C6
Von diesem Problem können Sprinter 906 mit OM651 und Sprinter 906 und 907 mit OM642 betroffen sein.

Der Grund für diesen Fehler sind zurückgeführte Abgase, die in dem Frischluftsystem kondensieren und das Kondensat sich im Ladeluftkühler sammelt. Bei bestimmten Betriebssituationen kann dieses Kondensat in den Brennraum gelangen und im Motor einen Wasserschlag auslösen.

Abhilfe verspricht ein modifizierter Ladeluftkühler, der auf der Kaltseite einen tiefer gelegten Anschluss besitzt. Dazu muss ebenfalls der Anschlussschlauch gewechselt werden. Die Tauschteile sind wie folgt bezeichnet:
  • OM651: Ladeluftkühler A 907 501 1600, Ladeluftschlauch A 907 528 2300
  • OM642: Ladeluftkühler A 907 501 1700, Ladeluftschlauch A 907 528 2200
Zum Vergleich, der alte Ladeluftkühler ist in den Dokumenten in Bild 03.jpeg dargestellt, die neuen in 04.jpeg und 05.jpeg.

Nähere Details sind in XENTRY TIPS LI03.10-N-071148 und in dem NHTSA Dokument MC-10174351-9999 zu finden. Auch wenn die neuen Teile eine A907.. Teilenummer besitzen, können diese ebenfalls beim 906 eingesetzt werden.
Hallo Gemeinde,

Ich habe heute mit 4 verschiedenen Werkstätten gesprochen. Mittlerweile gibt es ein neues Papier zu dem Thema mit der Nummer GI0310N073906. Dieses besagt nun, um es kurz auszudrücken, dass die 907er Sprinter auf den alten 906 LLK zurückgerüstet werden, der die Anschlüsse auf gleicher Höhe hat. Der Meister der das behauptete meinte, dass laut System bei meinem Fahrzeug (907er 419 4x4) zwar keine Maßnahme dafür vorgesehen ist, aber dennoch dieser Umbau auf "alt" physikalisch/technisch die richtige Maßnahme ist. Er meinte, dass sich bei dem alten Kühler eben kein Wasser an der tieferen Stelle -wie beim neueren Kühler- sammeln kann, da beide Anschlüsse auf einer Höhe sind. 2 weitere Werkstätten bestätigten das. 1 Werkstatt behauptet das genau umgekehrt. Die kennt aber das neue interne Werkstattpapier auch noch nicht (GI031...) und ging plump nach der Fahrzeugakte.

Die eine Sicht ist eben die aus Mercedes/Fahrzeugakte Sicht wo Mercedes eben erst mal noch nicht den großen Umbau/Rückruf bei allen betroffenen Fahrzeugen macht und die rein technische Sicht, wonach eben der Kühler mit Anschlüssen auf einer Höhe der richtige ist, um Wasseransammlungen zu verhindern.

Ich werde morgen noch versuchen rauszubekommen, wie der Meister der mir den Umbau auf alten 906 Kühler empfahl ohne von Mercedes angeordnete Maßnahme einen -für mich kostenlosen- Umbau realisieren will.

Was sagt ihr dazu??? Ich bin ja ehrlicherweise immer noch hin- und hergerissen.

Höre gerne
Gruß GCS Micha
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Philipp-313 (13 Jan 2022 20:09) • Rosi (14 Jan 2022 07:20) • Thomas135 (14 Jan 2022 07:43)
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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von Philipp-313 »

gcsmicha hat geschrieben: 13 Jan 2022 20:04 Er meinte, dass sich bei dem alten Kühler eben kein Wasser an der tieferen Stelle -wie beim neueren Kühler- sammeln kann, da beide Anschlüsse auf einer Höhe sind.
Kann es sein, dass da hauptsächlich 907 betroffen sind? Bei der Anzahl von Mitgliedern hier, müsste man doch beim 906 in den letzten Jahren viel mehr Fälle gesehen haben, oder? Das würde evtl. für den Umbau auf Alt sprechen. Wer hat denn Zugriff auf das System und kann das mit dem GI03... mal überprüfen?

Und noch eine Frage an die Betroffenen: ist der Sprinter beim letzten Abstellen vor dem Motorschaden richtig warm gewesen? Kondenswasser entsteht ja, wenn feuchtwarme Luft auf Kaltes trifft. Im Auspuff bei PKW sieht man das ja auch manchmal, wenn die Autos noch nicht richtig warm sind. Wenn es da einen Zusammenhang gäbe, könnte man das Risiko vielleicht etwas verringern?

Finde die ganze Sache jedenfalls ziemlich beängstigend - vor allem, da viele ja keine Garantie mehr haben. Einfach Motor tauschen, wie in dem anderen Papier als Lösung formuliert, ist halt nicht. :(
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WolfgangK
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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von WolfgangK »

'I am still confused, but on a higher level'...

Also ich finde das alles ziemlich verwirrend. Der LLK mit dem Ein/Auslass auf derselben Höhe wird ersetzt durch einen LLK mit dem tiefer gelegten Anschluss um das Problem zu lösen.

Und genau dieser soll jetzt das Problem eigentlich noch verschärfen? Da sollte doch Mercedes auf Basis der hundertausenden verkauften Sprintern eine klare Ursache/Lösung identifizieren können?

Wenn wir schon von den wenigen Sprinter Fahrern hier im Forum von ein paar Fälle hören, dann muss das ja ein grösseres Problem sein. Das gibt es doch nicht erst seit heute und nicht nur in diesem Forum?

Ich bin gespannt, wie das weitergeht und ob hier irgendwann ein 'Muster' erkennbar wird.

Wolfgang
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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von loki »

WolfgangK hat geschrieben: 14 Jan 2022 10:23
Ich bin gespannt, wie das weitergeht und ob hier irgendwann ein 'Muster' erkennbar wird.

Wolfgang
Ein Muster wird erst erkennbar werden, wenn jeder der Betroffenen hier öffentlich dokumentiert, unter welchen genauen Umständen (Umgebungsbedingungen, Motorvorwärmung ja/nein, etc.) der Schaden auftrat, welcher LLK vor dem Schaden verbaut war und welcher dann mit dem AT- oder reparierten Motor verbaut wurde (evtl. sogar noch weitere Änderungen, sofern in Erfahrung zu bringen).

Ich denke, das Sprinterforum hier hat schon eine große Reichweite und vielleicht kann da durchaus auch ein gewisser öffentlicher Druck aufgebaut werden. Natürlich sind diese Schäden aus MB-Sicht vermutlich marginal im Verhältnis zu den ausgelieferten Fahrzeugen, aber trotzdem hat den Schaden und den Ärger jeder einzelne eventuell Betroffene, vorallem nach Ablauf der Garantie. Außerdem ist es eine prinzipielle Geschichte, MB hier nicht aus der Verantwortung zu lassen und ihnen auf die die Füße zu treten, während sie es aussitzen wollen.

Gruß
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gcsmicha
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Re: Wasserschlag beim OM651 und OM642 durch im Ladeluftkühler gesammeltes Kondensat möglich

Beitrag von gcsmicha »

gcsmicha hat geschrieben: 13 Jan 2022 20:04
Ich werde morgen noch versuchen rauszubekommen, wie der Meister der mir den Umbau auf alten 906 Kühler empfahl ohne von Mercedes angeordnete Maßnahme einen -für mich kostenlosen- Umbau realisieren will.

Höre gerne
Gruß GCS Micha
Also heutige Aussage vom Meister: Es wird einen Rückruf in 2022 zu dem Kühlern geben. Umbau auf alt 906er Kühler mit Anschlüsse auf einer Höhe. Die Dinger sind, welch Überraschung, aktuell schlecht lieferbar. Sobald sich das geändert hat, wird der Rückruf kommen. Kunden die schon den neuen Kühler haben mit Anschlüssen auf unterschiedlicher Höhe und bisher keinen Schaden gehabt haben, werden bis dahin keine Kosten erstattet bekommen. Umbau kostet ca. 500€ inkl. Material, wer es vorher umbauen möchte.

Weitere Aussage vom Meister: Es sind "einige" Fahrzeuge mit Wasserschlag in den letzten Wochen (wo es so kalt war) in die Werkstatt gekommen. Nachfrage wieviele(?): Erneute Antwort: "Eeeeinige"... :cry:

Das Problem war vor allem bei Kurzstrecke und wenn Fahrzeuge aus einer beheizten Halle in die -10 Grad kalte Luft kamen. Und es ist bei der Abgasrückführung nicht jenes aus dem Kurbelgehäuse gemeint, sondern tatsächlich jene Abgase aus der AGR Rückführung. Beim denjenigen die das ausgeschaltet haben beim Chiptuner haben schon mal ein sehr viel geringeres Risiko. Und wer sein WoMoVan ohnehin nur im Sommer fährt, kann getrost auf den Rückruf warten.

Soweit das Neuste von der Werkstatt
Grüße und allen ein nice Weekend
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Re: Wasserschlag beim OM651 und OM642 durch im Ladeluftkühler gesammeltes Kondensat möglich

Beitrag von loki »

gcsmicha hat geschrieben: 14 Jan 2022 10:58
jene Abgase aus der AGR Rückführung
Die ND-AGR oder ?

Gruß
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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von WolfgangK »

'...Es wird einen Rückruf in 2022 zu dem Kühlern geben...'

Na hoffentlich ist das dann keine 'Never Ending Story' wie bei der elektrischen Handbremse wo zwar ein Rückruf gestartet wurde, aber seit 9 Monaten nix mehr passiert ist.
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Beitrag von Rosi »

WolfgangK hat geschrieben: 14 Jan 2022 12:01 ... Rückruf ... bei der elektrischen Handbremse ... seit 9 Monaten nix mehr passiert ist.
Korrektur; es gab m.W. keinen Rückruf i.d.S. elektr. Parkbremse, sondern die Verantwortung, mithin Haftung bei vorsätzlicher Nutzung eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges im Straßenverkehr hat der Hersteller auf den Fahrzeughalter/-führer abgewälzt. Wer die Information erhielt, hat Kenntnis und wer es wider besseren Wissens trotzdem benutzt, haftet im Ereignisfall dafür :!: :shock:
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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von Thopetyan »

also ich habe einen Rückruf für die elektr. Parkbremse, allerdings gleich mit einem Schreiben das es momentan keine Lösung gibt und man noch nicht in die Werkstatt zu fahren braucht weil die eh nichts machen können............

Gruß
Thomas
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Re: Wasserschlag beim OM651 und OM642 durch im Ladeluftkühler gesammeltes Kondensat möglich

Beitrag von Vanagaudi »

gcsmicha hat geschrieben: 14 Jan 2022 10:58Das Problem war vor allem bei Kurzstrecke und wenn Fahrzeuge aus einer beheizten Halle in die -10 Grad kalte Luft kamen. Und es ist bei der Abgasrückführung nicht jenes aus dem Kurbelgehäuse gemeint, sondern tatsächlich jene Abgase aus der AGR Rückführung. Beim denjenigen die das ausgeschaltet haben beim Chiptuner haben schon mal ein sehr viel geringeres Risiko. Und wer sein WoMoVan ohnehin nur im Sommer fährt, kann getrost auf den Rückruf warten.
Danke für diese Information. Überrascht mich ein wenig, da die rückgeführten Abgase den Ladeluftkühler nicht passieren, sondern dem Verteilerrohr zugeführt werden. Sollten sie dort im Frischluftverteiler kondensieren, oder in dem AGR-Kühler, müsste das Kondensat von dort aus entgegen dem Luftstrom zurück in den Ladeluftkühler fließen und sich dort sammeln. Klingt einigermaßen logisch, wenn man berücksichtigt, dass hauptsächlich Fahrzeuge im Kurzstreckenbetrieb betroffen sein sollen.

Bislang habe ich die Beiträge so gelesen, dass der Wasserschlag beim Anlassen passiert, wenn die Fahrzeuge eine längere Zeit gestanden haben.
Zuletzt geändert von Vanagaudi am 15 Jan 2022 12:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Chiemseer (15 Jan 2022 08:35)
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.
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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von Kurier66 »

Noch mal ein kleines Update.
Der ältere Sprinter war gestern zum Glühkerze wechseln. Abends bekam ich einen Anruf von der Werkstatt das der Motor beim reinfahren oder so hoch gegangen ist :evil: Es ist einfach nicht zu fassen. Das war übrigens der wo sie beim Auslesen des Fehlerspeichers am Donnerstag keinen Fehler außer der Glühkerze gefunden haben.
Nun der übliche Ablauf, Anfrage bei Mercedes u.a. wegen Zusatzgarantie, auf Bestätigung der Zahlungsübernahme warten erst dann kann der Austauschmotor bestellt werden, wenn der dann eintrudelt ist unklar. Sie haben auch schon einige mit dem gleichen Problem da, hoffentlich machen die keine Sammelbestellung bei 10 oder 20 defekten Sprintern. Im dutzend billiger oder so.
Der jüngere fährt jetzt noch solange wie er fährt und kommt dann dran wenn der 1. wieder flott ist.
Mietsprinter gibts angeblich auch nur für 3-4 Tage kostenlos, mal sehen was sich da noch machen lässt. Jetzt hab ich es erst mal satt. :oops:
Viele Grüße, Micha

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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von gcsmicha »

Kurier66 hat geschrieben: 15 Jan 2022 12:36 Der ältere Sprinter war gestern zum Glühkerze wechseln.
Hallo Micha, hier auch Micha,

was heißt denn das? 907 oder 906er? Wenn 907, welches Baujahr genau? Ich frage um zu wissen, ob der neuere Kühler mit den unterschiedlich hohen Anschlüssen installiert war. Nach Benz Logik müsste dem aber so sein, weil das wie geschrieben, laut Aussage der Meister bei den 906ern mit den "alten Kühlern" nicht passiert. Aber so wie Du schreibst, offenbar wieder Temperatursturz. So ne Werkstatt hat wieviel Grad? 15-17Grad schätze ich mal. Kommst Du von Draußen her (wie der Weihnachtsmann :wink:) wo Minusgrade herrschten, haben die m.E. wieder besseren Wissens Dein Auto geschrottet. Das würde ich denen ggf. aufs Brot schmieren.

Aber eigentliche Frage, damit man es bis zu einem Rückruf vermeiden kann: Wie kalt war es an dem Tag draussen? Wir wollen ja möglichst Alle die genauen Auslöser wissen, um unsere noch nicht umgerüsteten Fahrzeuge vor Schaden zu bewahren. Auch wenn sicher jeder Fall ein Einzelfall ist von den ursächlichen Variablen. Aber je mehr wir uns austauschen, je besser wissen wir Bescheid.Das kann in einer Diskussion derjenigen die schon aus der Garantie sind, sicher sehr helfen, wenn man Mercedes erklärt, dass das ein eklatanter Konstruktionsmangel ist wie ich finde.

Grüße gehen raus
GCSMicha
loki
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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von loki »

Ich will mich jetzt mal weit aus dem Fenster lehnen und meinen Gedanken freien Lauf lassen.

Feuchtigkeit in der Ansaugluft ist naturgemäß normal und grundsätzlich ja auch kein Problem. Ich glaube auch nicht, daß es so ist, daß da irgendwo auf der Kaltseite des LLK eine ´Wasserpfütze´ ist, die beim Kaltsart oder kurz danach (nur dann scheint das Problem ja aufzutreten) angesaugt wird und als Wasserschlag den Motor ruiniert. Dann bleiben aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten. Erstens, die Ansaugluft hat grundsätzlich einen zu hohen Wasseranteil oder zweitens, die Strömungsverhältnisse nach Austritt aus dem LLK sind ungünstig.

Warum könnte der Feuchtigkeitsgehalt der Ansaugluft grundsätzlich zu hoch sein?
Offenbar tritt das Problem ja vermehrt bei Euro 6, VI Motoren auf oder wenigstens bei Motoren mit ND-AGR. Wobei ich eigentlich dachte, die gesamte AGR, also HD- und ND-AGR sei im Kaltlauf geschlossen (Thermofenster). Aber wenn obige Aussage aus einem Beitrag stimmt, daß Feuchtigkeit über die AGR in den Ansaugtrakt kommt, kann sie doch eigentlich nur über die ND-AGR, bei der das Abgas ja nach dem Partikelfilter entnommen wird, kommen, und da ist natürlich jede Menge Feuchtigkeit dabei. Die zu feuchte Luft gelangt dann über den Verdichter in den Ansaugtrakt und es könnte, nebenbei bemerkt, bei ungünstigen Strömungsverhältnissen theoretisch schon hier Probleme mit Wasserschlag am Verdichter geben.

Zweitens, der LLK kühlt die durch den Verdichter erwärmte Ansaugluft und wirkt zusätzlich wie eine Düse, d.h. beim Austritt aus dem LLK auf der Kaltseite kondensiert die Feuchtigkeit zu Tröpfchen aus. Wenn der Kondensatanteil hier zu hoch ist, und/oder durch ungünstige Strömungsverhältnisse nicht ausreichend verwirbelt wird, kommt es zum genannten Schaden. Durch Änderung der Stömungsverhältnisse auf der Kaltseite des LLK - was ja offenbar durch die Änderung des LLK durch MB versucht wurde - kann hier also durchaus eine Verbesserung eintreten.

Aber solange hier nicht jeder Betroffene genau weiß, welcher LLK bei Eintritt des Schadens verbaut war (bislang deutet alles auf den alten hin), bleibt das alles Spekulation.

Ihr dürft mich gerne verbessern, wenn Ihr irgendwo einen Haken seht.

Gruß
Walter
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v-dulli
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Re: Motoren: Konstruktionsfehler beim 4- und 6-Zylinder?

Beitrag von v-dulli »

Es gibt im Sprinter keine ND-AGR und irgendwie fällt es mir schwer der These mit dem Wasser aus dem LLK zu glauben.
Dass man das Dokument mit der Änderung des LLK wieder zurückgezogen hat, spricht für mich dafür dass man völlig im dunkeln stochert und sich die Ursache nicht erklären kann.
Ich behaupte, es braucht schon einen guten Schluck Wasser um die Brennraummulde im Kolben zu füllen und dadurch einen Wasserschlag zu verursachen und die Wahrscheinlichkeit dass dieser Schluck schalgartig aus dem LLK bei Leerlaufdrehzahl angesaugt wird und er dabei auch noch bestimmte Zylinder favorisiert erscheint mir eher sehr gering.
Und die Tatsache dass in einem anderen Dokument nur von 906 und 910 gesprochen wird, macht die Sache nicht besser.
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Chiemseer (15 Jan 2022 22:29)
Gruß aus OWL
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