die vergangenen Tage musste ich mich mit dem Thema "eingelaufene Kardanwellengelenke" beim 4x4 beschäftigen.
Wichtiger Hinweis:
Diese Anleitung stellt keine Musteranleitung dar, sie ist als Erfahrungsbericht zu interpretieren.
Fahrzeug:
313 cdi mit 4x4 Antrieb / Hinterachse sperrbar / Allrad zuschaltbar (Denke Oberaigner?!)
Symptomatik:
Beim fahren treten ab 10 km/h geschwindigkeitssynchrone Vibrationen auf. Je schneller die Fahrt, desto ausgeprägter.
Die Vibrationen sind bis max. 110 km/h "aushaltbar", alles darüber war für Fahrer und Mitfahrer unzumutbar.
Zuerst wurden schlechte gewuchtete Reifen vermutet, konnte aber ausgeschlossen werden.
Problemermittlung:
Nach Ausbau der Kardanwelle zwischen Verteilergetriebe und Vorderachsdifferential waren die Vibrationen weg. Eine Begutachtung zeigte, dass beide Kreuzgelenke um ihre Nulllage herum eingelaufen sind. Beim drehen des Flansches "rasten" die jeweiligen Gelenkzapfen in dieser Nulllage regelrecht ein und waren nur mit leichtem Kraftaufwand wieder aus dieser herauszubekommen.
Problemlösung:
Die Gelenke haben die Maße 75 x 27 mm (Einbaulänge x Lagerdurchmesser), gibt es zu Haufe in diesem Internetz zu finden.
Kurzerhand besorge ich zwei Stück der Gelenke in der Bauart "mit Schmiernippel" und ersetzte die eingelaufenen Gelenke.
Leider ist die Kardanwelle nicht dafür ausgelegt die Gelenke wechseln zu können, da diese in Ihrer Einbaulage nicht mit einem Sicherungsring befestigt sind, sondern verstemmt wurden.
--> Frässtift und Dremel löst das Problem der Verstemmung bzgl. Ausbau.
Vor der Demontage markierte ich alle Einzelteile (2x Flansch / 2x Welle) zueinander um die relative Einbauposition zueinander nicht zu ändern um mögliche systematische Unwuchteinflüsse ausschließen zu können.
Das Aus- und Einpressen der alten bzw. neuen Gelenke sollte selbsterklärend sein. Ein ordentlicher Schraubstock reicht, eine kleine Presse erleichtert die Arbeit jedoch ungemein.
Die Gelenke wurden nach dem Einbau auf einer Mini-Drehbank mittels Messuhr und passenden Halter vermittelt. Bei den Flanschen ist das gezeigte Foto selbsterklärend, bei den Wellenhälften die danach folgten wurde der Rundlauf betrachtet. Daher sind auch manche Stellen "blank" an den Wellen um der Messuhr eine vernünftige Oberfläche zu bieten.
Eine kurze Probefahrt zeigte, dass die Welle problemlos dreht und die Vibrationen weg sind, selbst bei 110 km/h war nichts mehr zu spüren.
Um die Einbaulage der Gelenke dauerhaft zu fixieren behalf ich mich mit Beilagscheiben der Größe 28 x 3 mm.
Fun Fact: Die Scheiben aus dem örtlichen Baumarkt haben einen Außendurchmesser von 27 mm (!)
Drei kleine Schweißpunkte verhindern ab sofort dass sich die Lager in irgend eine Richtung wegbewegen können.
Ein bisschen Lack schützt die blanken Stellen und das Popo-Meter vermeldet dauerhaft ruhigen Lauf.










