Hallo in die Runde
So, jetzt komme ich mal zum antworten...
Die Manschette ist getauscht, war eigentlich leichter als ich dachte. Ich hab die zwei Muttern an der Gelenkwelle außen gelöst (Zapfenschlüssel war keiner da, also mit einem sanften Schraubenzieherschlag in eine der Nuten- ging von ganz allein auf), dann das Traglager ausgedrückt, den Stoßdämpfer im Fahrerhaus gelöst, einen Holzklotz untergestellt und dann den Achslenker weggeschwenkt. Dabei die Welle aus dem Radlager gezogen und gleichzeitig aus dem Traglager heraus gezogen.
Den Seegering gespreizt, das Gelenk mit dem Fäustel nach außen herausgeschlagen und dann auf die Werkbank damit. Sand war keiner drin, das Gelenk sah aus wie neu und hatte keinerlei Verschleißspsuren. Ich hatte die Fettspritzer ja auch erst ein paar Tage vorher gesehen. Die neue Manschette aufgezogen, aber außen erste einmal offen gelassen. Dann Gelenk wieder zusammengebaut (wieder mit dem Fäustel und einer Mutter dahinter, falls doch was mit dem Gewinde sein sollte...) und in umgekehrter Reihenfolge zusammengebaut. Allerdings gings beim ersten Versuch nicht zusammen, weil der ABS- Geber vor das Gelenk gerutscht war- dessen Sicherungsblech war gleich noch gerissen, weil es anscheinend mal falsch eingebaut worden war, denn es war geknickt. Ehe ich herausgefunden hatte dass der Geber vor dem Gelenk hängt...

Also noch mal alles aueinander gebaut, Geber wieder befestigt und dann relativ plug&play alles wieder zusammengebaut. Es ist eine tüchtige Fummelei, gleichzeitig die Welle in das Radlager einzufädeln und dabei das Traglager unten einzufädeln, dabei die Kabel und den Bremsschlauch nicht zu überdehnen- aber es geht. Die Spurstange hatte ich ebenfalls drangelassen und so blieb nicht allzu viel Spielraum. Der bestellt Zapfenschlüssel war immer noch nicht da, also hab ich mir einen aus einem alten Pfeifenkopfschlüssel gebaut, der hatte gerade den richtigen Durchmesser. Wenn alles läuft, kein ABS- Sensor reinrutscht, und kein Gewinde der Gelenkwelle nachgefeilt werden muss, ist der ganze Zauber in 2...3 Stunden zu schaffen.
Dann wollte ich gleich noch die Räder von vorn nach hinten tauschen, damit die groben Kötzer sich gleichmäßig abnutzen und entdecke bei der Gelegenheit gleich noch einen Federbruch hinten- und auf der anderen Seite auch gleich noch

Die waren sicher schon tausende Kilometer als, so wie sie aussahen.
Gestern also eine Feder gewechselt, die andere ist heute dran. Neue Briden und Schrauben hab ich auch gleich noch besorgt.
Eine Roststelle hab ich nun doch entdeckt, bisher dachte ich, das Auto wäre rostfrei: Schaut mal die hintere Befestigung der Feder an. Innerhalb des hinteren Federbockes, der den Schäkel hält, lagern sich konstruktionsbedingt Massen an feuchtem Dreck an, der dort nie heraus kommt.
Gruß aus der Lausitz
Martin